3 Dinge über Geld, die ich erst mit 50 verstanden habe – MMP meets Tina Müller | Episode #396
Shownotes
Regelst du deine Finanzen zu 100 % selbst? Tina Müller, CEO der Weleda AG, erzählt von einer Freundin, die selbst Unternehmerin ist, aber keine Ahnung von ihren Finanzen hat – das mache ihr Mann.
Tina nimmt uns in Episode #396 mit auf ihre persönliche Geldreise, die bereits als Studentin startete. Sie hatte zwei Ziele: Marketingleiterin werden und 100.000 DM verdienen.
Auch sonst sprechen wir in dieser Folge intensiv über Finanzen:
- Was waren Tinas größte Missverständnisse über Geld?
- Was sind mit Mitte 50 ihre drei größten Learnings über Geld?
- Warum herrscht gerade in Deutschland so eine Neidkultur zum Thema?
- Warum verdienen unsere Politiker*innen zu wenig?
Höre in diese Folge von Madame Moneypenny meets rein und erfahre, ob sie ihre beiden Ziele aus ihrer Studienzeit erreicht hat.
Plus: Sie verrät, was ihre ganz persönliche Investmentstrategie ist.
Ich wünsche dir viel Spaß mit Tina Müller.
Auf deine Unabhängigkeit,
Natascha
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Speaker 1: Aber dass das so ein bisschen in die normale Konversation einzuhält, das Thema Geld, das wäre ja schön. Und als nichts Schlimmes oder Böses, sondern als etwas Zukunftsorientiertes, gerade in Richtung jetzt, weil wir in dieser Alterspyramide stecken, die sich so sehr wandelt, also gerade in Richtung Vorsorge fürs Alter.
Speaker 2: Das ist Managerin des Jahres und Marketingleiterin des Jahres viel, vieler Auszeichnungen bekommen. Und heute möchte ich mit ihr über Geld sprechen. Tina hatte nämlich explizit den Wunsch, Geld zu sprechen und nicht über ihre Karriere, weil das hat sie ja schon x 1000 Mal anders erzählt, sondern sie wollte mit mir über Geld sprechen. Das begrüße ich natürlich sehr. Sie erzählt in dieser Folge, was ihre größten Missverständnisse bezüglich Geld waren, wofür sie sehr, sehr gerne selber auch Geld ausgibt und wofür eben nicht. Warum sie meint, dass in Deutschland eine Neidkultur herrscht und warum unsere Politikerinnen zu wenig verdienen. Sie nimmt uns mit in ihr Studentinnenleben. Damals hatte sie zwei Ziele. Erstens Marketingleiterin zu werden, check und zweitens 100.000 Euro zu verdienen. Ich würde mal sagen auch check. Aber wer weiß, ob sie das erreicht hat. Vielleicht erklärt sie das ja. Sie erzählt uns außerdem, wie sie ihr Geld managet, worin sie selbst investiert und was ihre drei größten Learnings in Bezug auf Geld sind. Also eine wirklich Sehr beeindruckende Frau, die die Hosen runterlässt und mal richtig schön in die Fäulen geht zum Thema Geld. Ich wünsche euch ganz, ganz viel Spaß mit Tina Müller. Ja, herzlich willkommen liebe Tina Müller. Willkommen im Own It Podcast. Hi. Hi, danke für die Einladung.
Speaker 2: Ja, schön, dass das geklappt hat. Wir hatten ja ein Anläufe, aber jetzt haben wir uns gefunden. Sehr, cool. Und du hattest ja auch den expliziten Wunsch, über Geld zu sprechen. Das ist natürlich Musik in meinen Ohren. Also lass uns doch gerne mal direkt loslegen mit unserem kleinen Geldgespräch. Was bedeutet dir denn Geld ganz persönlich? Was ist Geld für dich? Geld ist mich Unabhängigkeit. Das klingt ja fast wie bezahlt, als hätte ich dich dafür bezahlt. Wie sagst du das sonst auch? Unabhängigkeit in dem Sinne, wenn irgendwas passiert, wenn man seinen Job verliert oder man möchte irgendwie eine Auszeit nehmen oder man möchte gar nicht mehr arbeiten, dass man dann gut vorgesorgt hat und gut angelegt hat und damit dann das alles verwirklichen kann, was man dann Ja, ja.
Speaker 1: wofür man dann auch Geld benötigt. Ja, interessant. ich würde wahrscheinlich auch, mich würde mal deine Meinung dazu interessieren, auch ja so bisschen im Hier und Jetzt auch schon. Also für mich ist finanzielle Unabhängigkeit auch, das passiert ja schon im Hier und Jetzt. Kann ich in meiner Partnerschaft auf Augenhöhe sein? Kann ich den Job machen, der mir vielleicht mehr Spaß macht als ein anderer, weil ich halt diese so eine finanzielle Selbstbestimmung habe und mein eigenes Geld habe? Also vielleicht sogar ein bisschen in Freiheit, Wahlfreiheit, Möglichkeiten. Würdest du das auch so sehen? Ja, das gibt einfach ein gutes Gefühl. Man schläft dann ruhiger, glaube ich. Ja, sicherlich. Und man kann sich auch Dinge erlauben, eine Wahl zu treffen, wo vielleicht dann auch Geld nicht so im Vordergrund steht. Also wo man sagt, ich nehme jetzt zum Beispiel nicht den Job an, der am besten bezahlt ist, sondern dadurch, dass ich vorher schon dafür gesorgt habe, dass ich das Geld gut angelegt habe, habe ich jetzt die finanzielle Freiheit auch zu sagen, ich mache jetzt etwas. was ich für sinnhafter für mich für sinnhafter entschieden habe oder beurteilt habe und die Freiheit habe ich dann. Ja, absolut. Oder auch zu sagen, mache doch mal ein Zybettikel, was natürlich ein finanzieller Ruin ist. Weil man gibt Geld aus und in der Zeit kommt kein Geld rein. Ja, sehe ich ganz genau so. Also ich schaffe verschiedene Möglichkeiten und du hast recht, so aus diesem Druck rauszukommen. Ich glaube, das kennen viele Angestellte, aber auch viele Selbstständige auch. Wenn man diesen blöden Auftrag annehmen muss, auf den man eigentlich nicht so richtig Bock hat und der Kunde eigentlich schon die ganze Zeit nur nervt, da sagen zu können, tu ich mir nicht an, so bisschen Energiemanagement zu betreiben.
Speaker 2: muss ich mir nicht geben, weil ich bin nicht drauf angewiesen. Das ist natürlich eine sehr schöne Zone, schönes Status, an dem man sich da so befindet. Und ja, da stimme ich dir total zu. Das geht natürlich mit mehr Geld besser als weniger. Naja, und Geld ist natürlich dehnbar, ist eine dehnbare Größe. Was ist jetzt viel Geld und was ist nicht viel Geld? Ich glaube, das Wichtigste und, weißt du, das sage ich natürlich jetzt mit über 50, wenn ich gewusst hätte das, ja, dann hätte ich vielleicht früher schon. Und was ihr ja macht und das finde ich super und auch andere machen, ist dieses Wenn ich gewusst hätte das, jetzt nach vorne zu ziehen. Und ich habe mit einer Freundin, habe ich vor ein paar Wochen darüber gesprochen, die ist noch in den 30ern, also eher Anfang der 30er, da habe ich mich mit dem Thema Geldanlage auch noch nicht so richtig beschäftigt und die beschäftigt sich schon total damit. Und es sind ja dann die kleinen Beträge, die man dann investiert in das Richtige, die dann durch den Hebel später dann die großen Beträge ausmachen. Und wenn man einfach zu spät startet, hat man diesen Langfristhebel nicht mehr so. Absolut, ja, da habe ich auch einen neuen Begriff sozusagen gelernt und der nennt sich Regret of Missing Out. Es gibt ja so Formule, of Missing Out. Genau, ja. Und ich liebe ja auch Jomo, Joy of Missing Out. Ich weiß, geht eine Party ab, aber ich setze mich lieber mit meinem Buch aufs Sofa und ich habe gar keine Angst, etwas zu verpassen. Und aber eben auch dieses Regret of Missing Out, was vielleicht, ja, Frauen haben, die schon ein bisschen fortgeschrittener sind. Und also im Alter meine ich jetzt und in der Karriere und dann zurückblicken und sich so denken, boah hätte ich doch genau das was du sagst, hätte ich doch damals 100 Euro mehr zu Seite gelegt, weil es wäre auf jeden Fall möglich gewesen. und ich habe es aber nicht. Da wäre ich jetzt schon durch.
Speaker 1: Oder man muss es auch richtig anlegen in die richtigen Momente. Ich erinnere mich noch, als ich mein Studium beendet hatte und dann erste Geld verdient habe, da sind ja dann schon einige auf einen zugekommen und haben gesagt, jetzt hier haben wir die Lebensversicherung, haben die Rentenversicherung und so. Da hat man sich ja auch nicht so richtig schlau gemacht und dann hat man vielleicht aufs falsche Produkt gesetzt und hat vor allen Dingen Verwaltungsgebühren bezahlt und Managementgebühren für die ganzen Versicherungen. Und hätte man da zu dem Zeitpunkt schon in kostengünstigen ETF angelegt, dann hätte man die nächsten 30 Jahre wäre man besser gefahren. Ja, auf jeden Fall. Hast du denn, wo du jetzt das Beispiel so aufmachst, hast du denn da so ein Beispiel aus deinem Leben, wo das genauso sagen würde, ach, ich mal gewusst oder hätte ich das anders gemacht, würde ich jetzt besser darstellen? Ich habe mich damals nach dem Studium von einer Kategorie, Versicherung, Anlageberatung schon angeln lassen und habe mich dann auch nie wieder darum gekümmert. Wahrscheinlich irgendwie 20 Jahre nicht darum gekümmert und habe erst dann sukzessive gemerkt, also das geht auch wirklich besser, das geht auch kostengünstiger und dann hängt man aber in so einem Produkt drin. Und jeder weiß ja dann, dass bei Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen man ganz lange warten muss, bis sich die ganzen Kosten überhaupt rentieren. Und dann da rauszugehen vorzeitig, ist dann meistens auch die falsche Entscheidung. Also viel besser sich am Anfang zu informieren, was macht man denn am besten und aufs richtige Pferd zu setzen.
Speaker 2: Ja, absolut. Also sprichst was an, dass es mir auch passiert. Ich glaube, das ist uns allen irgendwann mal passiert, dass wir irgendetwas unterschrieben haben. Und irgendwie weiß man aber da schon so, bin ich mir jetzt unsicher. Aber man unterschreibt sich irgendwie trotzdem so und dann rückblickend. Und da ist ja immer Lehrgeld. Das Wichtigste ist halt, dass man seine Lehren draus gezogen hat und dann was anderes damit macht. Und gern gesehen ja auch aktive Fonds und so weiter, also Versicherung auf jeden Fall, aktive Fonds. Und es ist ja auch schwierig, das so auch zu verstehen und zu durchdenken, weil die Leute, die M-Destar verkaufen, ja ganz klare Verkaufsabsichten und erzählen natürlich nur die Vorteile. Vergleichen es auch nicht mit etwas außerhalb der Benchmark sozusagen. Und das fand das frappierende ist ja, dass man im Laufe der Zeit gelernt hat, dass die gemanagten Produkte meistens nicht besser abschneiden als die Indexprodukte. Und das ist, das hat bei mir auch eine Zeit lang gedauert, bis ich das begriffen habe. Und vor allen Dingen sind es ja jedes Jahr dann auch andere, die den Index schlagen. Das heißt, im Schnitt fährt man aus meiner persönlichen Sicht fährt man besser mit den Indexprodukten zu kleineren Gebühren, anstatt in die gemanagte Fonds zu gehen. Das ist so meine Ansicht nach vielen, vielen Jahren Erfahrung. Auf jeden Fall. Und da sprichst du auch genau, die Wissenschaft, die Statistiken, genau die belegen das. Und das ist so bisschen auch nicht so leicht zu verstehen, weil es irgendwie keinen Sinn ergibt. Ich habe da einen Formmanager, der kümmert sich darum, der hat das irgendwie gelernt. Deren Aufgabe ist es jetzt, mein Geld bestmöglich zu vermehren. Ich packe es einfach in ETFs. Da ist niemand, der sich darum kümmert. So richtig, das läuft halt von alleine. So wie ich aufgewachsen bin, ich auch sagen, ich gebe es lieber dem Menschen, weil er das ja gelernt und kennt das besser als ich.
Speaker 2: Aber unterm Strich ist es genau umgedreht. Und wir reden da ja von, es gibt immer wieder Statistiken, Jahr für Jahr neue Statistiken, die aber immer das Gleiche besagen. Und zwar, dass 94 bis 96 Prozent der Fondsmanager nicht schaffen, einfach die Index zu schlagen. Also fast alle. Nicht so 50-50, man könnte Glück haben, sondern einfach vollkommener Nonsens. Ja und vor allem dann schaffen die das vielleicht mal ein Jahr den Index zu schützen. Und im nächsten Jahr eben nicht mehr. Wenn man dann auf diesen Formmanager setzt, über zehn Jahre, dann im Schnitt wird das dann, dann hätte man besser auf das andere Produkt gesetzt und hätte deutlich weniger Kosten gehabt. Und damit ja am Ende mehr Ertrag, weil das, die Kosten gehen ja auf Kosten des Ertrags, man dann hat. Genau.
Speaker 2: Ja.
Speaker 2: Also da redet man über so eine gesamte Erwerbstätigkeit, eine ganze Karriere, immer nur bei paar Hunderttausend Euro, die man dann mehr oder weniger hat. Durch die lange Zeit ist es total frappierend. Was definitiv wichtig ist, ist eine Finanzplanung zu machen. Was will man eigentlich? Das macht man ja meistens im Job auch. Was will man? Was ist die Vision? Was ist die Vision für eine Marke? Was ist die Strategie? Wie komme ich dahin? Das machen wir alle im Job und privat mit unseren Finanzen machen wir das meistens nicht oder viele machen das nicht. der Mann. Aber der auch nicht. Das macht der Mann. Der macht es wahrscheinlich auch nicht, aber die Frauen machen es im Schnitt, machen es weniger und das ist schade. Ja absolut, guter Punkt. Wir machen vieles in anderen Bereichen, das wir bei Geld nicht machen. Zum Beispiel darüber sprechen auch. Also wir reden mit unseren Freunden über alles mögliche, aber nicht über Geld. Immer über Männer und Beziehungen und so weiter.
Speaker 1: Klamotten oder Kosmetik in meinem Fall. Das stimmt, wie wir das Geld anlegen, dass auch selbst in professionellen Frauennetzwerken, wo ich so bin, da wird das Thema immer ausgeklammert. Also ich glaube, wir Deutschen haben sowieso da, wir sind eine Neidkultur und wir haben wahnsinnig Angst auch darüber zu sprechen. Genau.
Speaker 1: was wir vielleicht besitzen, auch wenn wir selber erarbeitet haben, wir trotzdem eine gewisse Scheu darüber zu sprechen, weil die Gesellschaft da schwierig mit umgeht. Ja, finde ich auch gerade wieder ein schönes aktuelles Beispiel, das Buch von Angela Merkel, das ihr jetzt verpflichtet habt. Da gab es dann eine Frage, ich weiß nicht, ob es Focus war oder Spiegel oder wer auch immer, die ihr die freigestellt hat. Hätten es denn wirklich so viele Millionen sein müssen für das Buch Frau Merkel? Ich dachte, ist mir doch vollkommen schnurrt. So eine typisch deutsche Frage. Hätten nicht die Hälfte auch gereift, vom her seien sie mal nicht so gierig. Erstens frage ich mich, hätten sie das einem Mann gefragt? Oder Olaf Scholz? glaube, nicht. Und zweitens, das ist mir doch... Analyse, ja. Also wo du gerade sagst, so Neidgesellschaft und ständig solche Sachen hinterfragen. Ich hab ja nicht eine Million Euro für das Buch bezahlt. Also ich hab da keinen Nachteil.
Speaker 1: Ja und ich muss sie auch nicht kaufen. Wir haben ja alle die Wahl. Aber das ist richtig, das wäre in Amerika kein Thema. Und vor allen Dingen, ich glaube auch, dass wir da ein strukturelles Problem haben. Denn unsere Politiker verdienen wesentlich weniger als Manager in der gleichen Position. Also ein Minister kann man ja durchaus mit einem Vorstand eines großen Unternehmens auch vergleichen. Und da liegen Welten dazwischen. Wir müssen uns ja auch mal fragen, wenn wir unsere Politiker so schlecht bezahlen, was wir Politiker bekommen werden dann. Also Manager würden für das Geld wahrscheinlich nicht in die Politik gehen und wenn man jetzt in die USA schaut, dann ist es da mit einem Faktor mal 10. Also ehrlich, da wird zwar auch die Politik schlechter bezahlt als die Wirtschaft, aber die Wirtschaft wird ja schon viel besser bezahlt als hier. Deswegen ist es besonders traurig, dass sich jemand darüber beschwert, dass Frau Merkel, die ja als Bundeskanzlerin mit der Verantwortung relativ wenig Geld verdient hat, dass da jetzt welche sagen, die wird zu viel Geld bekommen. Und damit stellen wir uns selber ein Bein. in der Gesellschaft. Ja, auf jeden Fall. Jetzt hattest du gerade gesagt, dass du es wichtig findest, einen Plan, auch so einen finanziellen Plan zu machen. Hast du das selber auch so gemacht?
Speaker 1: Also ich habe das schon gemacht im Hinblick auf die Rente. wir alle leben jetzt in einer sehr stark alternden Gesellschaft hier in Deutschland und die Demografie verschiebt sich. Das heißt, wir haben immer mehr Ältere und damit eben auch, wenn die booming Generationen, also die Baby Boomers, dann in das Seniorenalter kommen. kann man sich ja schon vorstellen mit jetzt schon sehr wenig Pflegekräften und, sagen wir mal, Gesundheitskräften, wie sich das Verhältnis dann dramatisch entwickeln wird. Das heißt, gut zu altern, brauche ich wahrscheinlich mehr Kapital, mehr Geld, als ich das jetzt in den letzten Jahren oder die, jetzt in dem Alter 80 plus sind. Das heißt, ich muss mehr privat vorsorgen. weil der Staat es so nicht mehr leisten kann oder können wird. Und deswegen brauche ich mehr finanziellen Spielraum. Und deswegen ist es glaube ich gut, auch im Hinblick darauf, dass wir länger leben, was ja was sehr Schönes ist. Das Thema Longevity ist ja in aller Munde. Es gibt jetzt 100.000 Pläne, wie man gesund alt wird und wie man möglichst alt wird. Möglichst alt werden heißt ja auch, das Kapital muss noch da sein, damit ich das Alter auch genießen kann. Und dann brauche ich mehr Hilfe. Ich sehe das zum Beispiel an meiner Mutter. Meine Mutter wird jetzt 91. Das ist ja schon weit über dem Durchschnitt der Lebenserwartung. Und natürlich brauchst du dann, je älter du wirst, auch bisschen mehr Service oder du willst dir auch andere Dinge gönnen. Du willst andere Hilfestellungen haben und dafür musst du vorsorgen. Und dann glaube ich, ist es wichtig, nicht nur bis 75 oder 80 zu planen. sondern eher bis 95 oder bis 100 zu planen. Das bedeutet dann eben auch etwas andere weichen zu stellen zum richtigen Zeitpunkt.
Speaker 2: Und wenn du so zurückblickst auf deine Karriere, wie wichtig waren dir vielleicht auch bei Karriereentscheidungen, wie wichtig war da Geld oder ein finanzieller Anreiz? Das war schon von Anfang an. Als ich anfing zu studieren, hatte ich immer zwei Ziele vor Augen. Das eine war, wollte mal Marketingleiterin werden. Und das andere war, ich wollte 100.000 DM verdienen. Ich komme ja noch aus dem D-Mark-Zeitalter. So, beides habe ich erreicht. Schon mal gut. Haken, drehen, Ja, ja.
Speaker 1: Aus der Studentenperspektive waren das große Ziele. Und es war auf jeden Fall die Verknüpfung einer einflussreichen Position, also wo ich auch was entscheiden kann, plus auch ein entsprechendes Gehalt. Und ich glaube, das ist dann mit den Jahren natürlich mitgewachsen. Nachdem ich dann die Marketingleiterin geworden bin und die 100.000 D-Mark verdient hatte, hat man natürlich neue Ziele gehabt. Und in den letzten zehn Jahren war es schon so, dass ich gesagt habe, es jetzt an die Positionen ging, die ich da bekleidet habe, dann war mir auch wichtig, dass ich auch das Gleiche verdiene wie männliche Vorstände oder männliche CEOs. Das fand ich schon richtig. Und da habe ich durchaus auch anders über Geld oder Gehalt verhandelt, ich das die Jahrzehnte davor gemacht habe. sozusagen also im Sinne von klarer verhandelt dass du Genau, klar, auch gesagt habe, hier, ist der Tarif, da kann man mal in die Vergleichstabelle schauen, was durchschnittlich in Deutschland in der Größe des Unternehmens gezahlt wird, da eine klare Benchmark auch zu haben. Da wollte ich mich nicht irgendwie jetzt mit irgendwas zufriedengeben, sondern das muss auch schon, sollte in der Höhe sein, wo es auch hingehört. Auch als Frau.
Speaker 2: Ich wollte gerade sagen, legitim, ne? Genau. Die Männer ja. Genau, richtig, genau, richtig. Hast du denn auch mal, wenn du zwei Angebote hattest und das einer ein bisschen besser bezahlt? hast du dich auch... nicht gemacht. Interessanterweise nicht. Ich habe die Entscheidung zwischen zwei Jobangeboten nie nach dem Gehalt getroffen, sondern immer eigentlich nach der Aufgabe und der Perspektive auch. Was kann ich da machen? Was kann ich erreichen? Wie kann ich das gestalten? Was kann ich vielleicht noch weitere Karriereschritte dann basierend darauf machen? Ich habe da nie geguckt, verdiene ich bei dem einen mehr oder bei dem anderen. Also jedenfalls nicht signifikant. Wenn das die Hälfte gewesen wäre, okay. Aber wenn da 20 % plus minus, habe ich das nach der Tätigkeit und nach dem Unternehmen entschieden und nicht nach dem Gehalt.
Speaker 2: Okay. wie würdest du deinen aktuellen finanziellen Stand sozusagen bezeichnen? Würdest du sagen, du bist reich oder würdest du sagen, du bist finanziell erfolgreich? Reich an Erfahrung. Reich an Erfahrung. Also reich ist ja ein denbacher Begriff. lebe jetzt und arbeite jetzt in der Schweiz. Da gibt es immer eine Zeitschrift, wie auch in Deutschland, die publizieren die 300 reichsten. Da ist mir erst mal aufgefallen, wie viele Deutsche das in der Schweiz sind. Wo man immer denkt, das ist ja ein deutsches Unternehmen, das sind deutsche Inhaber. Okay, dann.
Speaker 1: und die sind dann alle in der Schweiz aufgeführt, weil die lange privat und mit der Firma die die Hohling in der Schweiz haben. Und da gab es eine Landkarte mit Milliardären, wie die verteilt sind auf dieser Erde. Das war ganz interessant und was natürlich auch in diesem Artikel stand, wie sehr die Schere doch immer weiter auseinandergeht zwischen superreich und arm. Und das ist schon was, was mir Sorge bereitet, weil das nimmt schon Formen an, wo man das Gefühl hat, es gibt da so ein paar Prozent, das geht so stark in die Höhe. Und auf der anderen Seite haben wir zu viele, die aus welchen Gründen auch immer dann von der Bürgerhilfe leben oder von anderen staatlichen Subventionen. Und diese gesunde Mittelschicht, von der wir ja immer gesprochen haben in Deutschland, die wandert halt so ein bisschen in die Extreme. Und deswegen ist Reich, glaube ich, heute ein ganz schwieriger Begriff. Ab wann ist man reich und fühlt man sich reich? Also, sagen wir mal so, nach meiner Karriere, die jetzt schon ein paar Jahrzehnte geht, denke ich, fühle ich mich finanziell unabhängig. Das Wort Reich würde mir so nicht über die Lippen kommen, ja? Weil da ist glaube ich die Grenze nach oben offen und da sehe ich mich nicht. Reich in Deutschland heißt noch lange nicht Reich in der Schweiz sozusagen.
Speaker 1: Ja, oder reichen, oder flachen. in welchem Umfeld man sich befindet. Okay, wenn du sagst finanziell unabhängig und sozusagen gut aufgestellt, was würdest du denn sagen, sind so deine persönlichen finanziellen Erfolgsfaktoren? Also ich habe gerade schon rausgehört, dass du dir als Studentin so ein Ziel gesetzt hast. Ja, das ist ja schon mal was, sich ein Ziel zu setzen, ob es jetzt 100.000 Euro sind oder 200 oder 1 Million, was auch immer. Ich habe übrigens damals in das Freundschaftsbuch meiner Schwester mit 14 Jahren reingeschrieben, was möchtest du werden? Millionären. ja? Und? Hast du es geschafft? Ja. Genau. Also von daher würde mich mal so retro perspektiv interessieren, was du sagen würdest, was waren denn so deine Erfolgsfaktoren auf dem Weg dahin? Vielleicht Ziele haben, ja offen mit einem, irgendwie ein positives Money Mindset haben oder was auch immer, Gehalt verhandeln, so. Hattest du immer gut deine Ausgaben unter Kontrolle? Also was, wie würdest du sagen, bist du so finanziell erfolgreich geworden? Also ich glaube, habe eine relativ... von der Erziehung her bin ich eher vorsichtig oder bin sorgsam mit Geld umgegangen. Habe es also nicht irgendwie einfach nur so ausgegeben, sondern habe schon eher auch eine Kontrolle gehabt. Bei großen Anschaffungen, das waren für mich dann auch große Anschaffungen. Also da habe ich dann auch eher mal drauf gespart und nicht so, okay...
Speaker 1: Ich überziehe das Girokonto und würde schon irgendwie hinhauen. Also da bin ich wahrscheinlich eher konservativ gewesen. Und dann habe ich aber irgendwann angefangen, am Kapitalmarkt aktiv zu werden. Und dann habe ich eigentlich, ich habe so eine Doppelstrategie. Die eine Strategie ist wirklich ein bisschen risikoaverse, sicher zu gehen, dass das auch später noch da ist, das Geld. Also schon eher so Risikostufe 2 statt 5. Und dann die andere, nicht unbedingt die Hälfte, aber der andere Teil, da habe ich auch immer sehr Freude daran gehabt, den selber zu managen. Und selber managen heißt, Konto zu haben, ein Depotkonto zu haben und selbst einzukaufen sozusagen, die Wertpapiere. Und ob das dann jetzt ETFs oder Einzelaktien oder Anleihen sind, das sei mal dahingestellt. aber es ist aktiv zu managen. Also nicht in eine Vermögensverwaltung zu gehen und zu sagen, ich gebe das Geld der Vermögensverwaltung A, B, C, sondern zu sagen, nein, ich mache das selbst, ich manage das selbst und habe mir dann ein relativ breites Portfolio auch aufgebaut über die Jahre und habe das auch immer so beibehalten und habe gesagt, okay, der eine Teil, also wenn dann mehr Kapital kam, und vom Einkommen mehr übrig blieb, habe ich das immer wieder aufgeteilt und habe gesagt, okay, das eine gebe ich in eine Vermögensverwaltung und das andere managere ich weiter selbst. Und dann war, und wenn ich dann immer, ich habe verschiedene oder ein, zwei Vermögensverwaltungen und dann war ja immer die Frage, habe ich das selber besser gemanagt oder haben die das besser gemanagt? Und dann war es mal so und mal so. Und tendenziell bin ich mit meinem eigenen Portfolio risikoreicher unterwegs gewesen, habe also auch teilweise mehr in Einzelaktien investiert, habe mehr auf Tech gesetzt zum Beispiel, während natürlich eine Vermögensverwaltung sagt, wir müssen das balancieren, wir dürfen das nicht nur klumpenmäßig anlegen, weil wir müssen da sicherstellen, dass das Kapital auch noch in 20 Jahren da ist und sich vermehrt hat und wir können das nicht riskieren alles.
Speaker 1: Und das finde ich auch richtig. Aber mich hat es immer gejuckt, auch selber so ein bisschen. Ich lese ja viel aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus. Lese ich natürlich Wirtschaftspresse und interessant, ich lese das Handelsblatt immer von hinten. Also ich fange immer erst mit der letzten Seite an und gehe dann durch die die Finanzsachen, durch die Anlagetipps. entscheide dann. Da könnte ich mal investieren oder in die Aktie oder in den ETF. Und so hat sich natürlich über die vielen Jahre hat sich ein Portfolio aufgebaut, was ich selber managere. Und das und der andere Teil geht dann eben über die Vermögensverwaltung. Und dann ist ja auch ein anderer Baustein, den ich auch für wichtig halte. Aber das hängt so bisschen mit der Lebenssituation zusammen, ist natürlich das Immobilienthema. Und da bin ich auch aktiv, da war ich auch ganz früh schon. Ja, bist du da aktiv?
Speaker 1: Also in meinen ersten zehn Berufsjahren habe ich dann schon auch die erste Eigentumswohnung gekauft, sie zu vermieten, nicht selber drin zu wohnen. Und ich habe nie viel Immobilien gekauft, aber dann später eine, wo ich gesagt habe, das könnte auch die sein, wo ich später mal, wenn ich in Rente bin, selber einziehen werde. Und dann quasi die Rechnung geht, glaube ich, immer auf, wenn man dann in der Eigentumswohnung oder im eigenen Haus wohnt, dass man diese hohen Mietkosten weg hat, man in der Rentenphase ist. Das kann ich auch nur jedem raten. glaube, die Rechnung geht am Ende gut auf. Ich war aber jetzt nie jemand, der gesagt hat, ich brauche jetzt den Eigentumswohnungen und ich verdiene mein Geld über diese Eigentumswohnungen, weil da fehlte mir immer die Zeit. Ja, das ist der größte Nachteil. Was man nicht vergessen darf, eine Wohnung zu vermieten, auch bisschen Arbeit. Ja, klar, man kann es idealerweise an Wohnungsbaugesellschaften irgendwie auslagern, aber trotzdem hängt es einem ja immer am Bein. Das sehen viele von uns ja auch bei unseren eigenen Eltern vielleicht Immobilien haben oder das Eigenheim oder beides und noch so bisschen mitverwieden, das ist immer irgendwie Action. Und klar, das muss man sich natürlich überlegen, ob das im Alter dann noch so die richtige Action ist, die man wirklich haben will. Also ich bin eher so, boah, ja, lass mich dann bitte im Alter mit einem Kram in Ruhe. Da bin ich froh, wenn mein Aktiendepot irgendwie läuft.
Speaker 2: weil das ruft Die Toilette ist Da ist doch nicht die Heizung kaputt oder so. Da muss ich nicht zur Eigentümerversammlung. Genau, dann muss ich nicht das Dach neu machen für 150.000 Euro und so. Ja, aber klar, alles komplett vor Nachteil und gerade zu diversifizieren ist natürlich immer eine sehr gute Idee. Was würdest du denn sagen, wofür du vielleicht bisschen zu viel Geld ausgibst und wofür vielleicht auch zu wenig?
Speaker 1: Gott, wofür gebe ich zu viel Geld aus? Im Zweifel für Kosmetikprodukte. Nein, ich berufsbedingt, oder? Ja, Mich interessiert dann schon immer das Neue. Das sicherlich auch. Ich kann gar nicht sagen, dass ich für irgendwas viel Geld ausgegeben hätte. Mein eigenes Empfinden ist nicht so. Mein eigenes Empfinden ist eher so. Das sagen auch einige aus meinem Freundeskreis. Die sagen, hey, jetzt... Entspann dich mal. ...giss doch mal aus. Ja. Und da bin ich immer noch so, glaube ich, so geprägt. Ja, aber wer weiß, was für Zeiten noch kommen. Lieber gut anlegen und dann die Hoffnung haben, man wird ganz alt und dann kann man das auch brauchen noch. Und deswegen habe ich so gar nicht. Ich bin da, glaube ich, mir ganz gut im Balance. Na klar, habe ich mir ein paar Träume erfüllt dann auch im Laufe der Jahre. Und dann merkt man ja auch immer.
Speaker 1: dass der Grenznutzen dann abnimmt. dann hat man sich irgendwas angeschafft, was man so unbedingt gerne haben wollte und dann hat man das und dann ist der Kick nicht, dann geht der Kick weg. Dann ist es jetzt auch nicht mehr so toll. Also bestes Beispiel ist, man wollte dann irgendwie ein bestimmtes Auto haben. Ja, und dann hat man es und nach acht Wochen ja, okay, also so toll war es jetzt auch nicht. hätte man auch gar nicht unbedingt müssen. Daran sieht man, je älter man wird, dass die ganzen materiellen Dinge und ganzen Statussymbole keinen so hohen Grenznutzen haben oder einen dann nur oberflächlich befriedigen. Was einen, glaube ich, mehr befriedigt sind sind die sozialen Kontakte, die Freundschaften, ist die Partnerschaft. ist das, was über die Menschen kommt und nicht über die Sachen. Das ist so eine Erkenntnis, die ich glaube ich auch gewonnen habe, die wahrscheinlich jeder gewinnt, je älter man wird, dass das viel mehr die Lebensqualität ausmacht als noch mal drei Diamanten mehr am Ring oder 100 PS mehr. Oder das Ferienhaus direkt am Wasser oder in Kilometer im Hinterland. Ja. Ist dann auch egal. Ja, absolut. Und auch da sprichst du wieder den Statistiken der Seele. Da gibt es auch ganz interessante Erkenntnisse, dass man sagt, ich glaube der neueste Stand ist, dass so materielle Dinge, da gibt es schon ein Level an Befriedigung, was wir dadurch erfahren, aber das hält nur wenige Wochen an, weil wir uns so dran gewöhnen. Also du ziehst ein in die größere Wohnung, in das größere Haus und bist total high für ein paar Wochen und denkst, ja super gut.
Speaker 2: Und dann bist du irgendwann so dran gewöhnt und denkst so, ja gut, was ist jetzt das nächste? ist man schon wieder beim nächsten. Und ja, also ob es jetzt irgendwie der Porsche oder der Lambo ist, dann ist der Unterschied auch nicht mehr so groß. Und das mit den Erlebnissen auch. Also was du sagst, so diese materiellen Dinge gegenüber Erlebnissen. Also da lohnt es sich auf jeden Fall immer, in Erlebnisse zu investieren, weil das ist das. Das schafft Erinnerung, das schafft Emotionen. Das ist das, wo man Ja, ja,
Speaker 2: Ja, sozusagen kurz vor Ende des Lebens noch mal reflektiert, da überlegt man sich nicht, hatte ich ein geiles Auto, sondern ich sag, das war ein richtig schöner Familienurlaub, so. Oder haben ein richtig schönes Abenteuer erlebt oder wie oft ich im Theater war mit meiner besten Freundin. Ja, solche Sachen. Wenn man sich dann sagt, man, ich war ja noch nicht da, aber. Ja, übrigens, ich gehe heute Abend in die Tonhalle in Düsseldorf zu einem Konzert. sind die Erlebnisse. da habe ich immer in den letzten 25 Jahren sehr viel Geld für ausgegeben. Ich bin ja ein großer Opernfan. Und auch mit meiner Mutter zusammen. sind dann... relativ viel auf diesen großen Events gewesen, wo dann Waldbühne Jonas Kaufmann kommt oder in der Kölner Philharmonie und wo die Karten dann wirklich extrem teuer geworden sind und wo man, weil wir wollten dann auch immer in den ersten Reihen sitzen, den vollen Genuss zu haben, eigentlich gesagt hätte, nee, also sorry, das ist eine Unverschämtheit, Preis dieser Karten, ja, und wo ich dann gesagt habe, und dafür ist es okay. Für dieses Erlebnis bin ich dann bereit, auch so viel Geld zu zahlen, weil das ist etwas, was ich nicht vergessen werde. es ist dann auch eine Sache von Prioritäten. Also ich kann ja sagen, ist Kleidung jetzt nicht so wichtig. Andere Leute geben Tausende von Euro für Kleidung aus. Und das ist jetzt keine bessere oder schlechtere Entscheidung, einfach eine andere. Zu sagen, für mich ist das irgendwie wichtig und gerade eine schöne Zeit auch mit meiner Mutter zu haben. Also ich finde es total schön. Ja, es so ein schönes Beispiel für ein Investment in eine Gemeinschaft, schönes Erlebnis. Und wo man einfach die Prioritäten setzt und sagt, ja, das kostet jetzt viel Geld.
Speaker 2: Aber es ist mir halt komplett das wert. Ich finde, ist auch ein schöner Status, wenn man den mal erreicht hat, sagen, ob es jetzt 100 oder 200 oder 500 so. Das merke ich schon, aber ich kann es mir sozusagen leisten. Und gleichzeitig finde ich das Schöne bei Erlebnissen, wenn wir da kurz thematisch bleiben, es muss ja auch nicht teuer sein. wenn das Bedürfnis dahinter ist, Gemeinschaft und eine schöne Zeit mit meiner Familie zu verbringen. dann ist die Zeit an der Ostsee genauso schön wie auf Bali höchstwahrscheinlich. Also einfach weil es darum geht mit den Menschen, mit denen ich da bin und diese Nähebedürfnis. Das kann sogar viel entspannter sein, man nicht nur Flug und Tralala und so. Von daher muss es auch gar nicht immer so teuer sein. Ich kann einfach in den Tierpark gehen mit meiner Familie oder keine Ahnung. ich glaube, da verlieren sich Menschen oft in so einem, ja es muss so höher, schneller weiter sein und dann haben wir alle eine ganz tolle Zeit. Aber wenn man mal so wirklich dahinterblickt, eigentlich irrelevant. Ich muss auch nicht mit meinen Freunden auswärts essen gehen für irgendwie zig Euro. Ich kann die auch voll gemütlich zu mir nach Hause einladen und jeder bringt was mit. Wir machen uns einen total schönen Abend und gucken danach noch einen Film oder so. Das vielleicht sogar die intimere Atmosphäre für schönere Gespräche als irgendwo in einem lauten Restaurant zu sitzen. Richtig, ich glaube man muss sich auch von diesen Statussymbolen ein Stück weit frei machen und für sich selber definieren, was ist einem wichtig und wo bin ich bereit auch dafür mehr zu investieren und was ist unnötig. Und nur weil es vielleicht nach außen hin gut rüber kommt oder ich dadurch etwas demonstriere, ich glaube davon sollte sich jeder frei machen. Ja, auf jeden Fall. Ich versuche, etwas in mir zu übertönen, einen selbstwertigen, vielleicht eher geringeren Selbstwert, dann muss ich jetzt mit einem dicken Auto ausgleichen nach außen und dieses so mithalten müssen. Der Nachbar hat das, dann muss ich das jetzt auch und so. Das ist einfach keine gute Idee und das Gegenteil von Selbstbestimmtheit eigentlich. Sich immer von außen so sehr beeinflussen zu lassen, was natürlich
Speaker 2: schwieriger denn je ist durch Social Media und so weiter. wird uns ja die ganze Zeit vorgezeigt, ja, du musst dies und das und diese Schokolade für 20 Euro kaufen. Das ist ja schon krass, was da auch gerade so auf unsere Jugend so einprasselt. Was würdest du vielleicht sagen, so nochmal in Bezug auf deine Finanzen, auf dein Geld? Was hast du vielleicht im Laufe deines Lebens über Geld gelernt oder erkannt? Das stimmt.
Speaker 2: was du früher vielleicht dachtest, was anders wäre. Kann Beispiel aus meinem Leben vielleicht auch geben. Ich dachte zum Beispiel immer, Geld kommt nur durch harte Arbeit. Ein schöner Glaubenssatz. Ja, Geld kommt durch harte Arbeit. Und ich muss alles Geld immer so verdienen, bis ich dann mal investieren kennengelernt habe, dass das halt auch so funktioniert. Oder ich darf die Reiche nicht noch reicher machen und so. Schon so bisschen ja solche Glaubenssätze. Hattest du da auch so vielleicht ein paar, ich sag mal, Missverständnisse über Geld? Das war bei mir so ähnlich. Geld hat für mich immer was mit dem Job zu tun und mit dem das Erarbeiten. Und irgendwann wird einem natürlich klar, dass Geld auch alleine arbeiten kann. Also wenn man es richtig anlegt, dann entsteht daraus eine Rendite, wo das Geld quasi sich durch sich selber, durch die gute Anlage vermehrt und dann eben einen zweiten Einkommenstrom bietet, der mit der eigentlichen, in Anführungsstrichen, harten Arbeit in dem Sinne nicht zu tun hat, sondern eben einer guten, wenn man es gut anlegt. Und das ist glaube ich das, was man immer im Hinterkopf haben sollte. das aber zu erreichen, muss man früh anfangen und ich glaube, dass die Zeit für einen spielt, bei der Geldanlage. Das ist auch etwas, was ich so nicht so vor Augen hatte. Also dieser wahnsinnige Hebel über die Langfristigkeit. Das ist natürlich auch deswegen so, weil man mit 30 noch nicht daran denkt, dass man mal 55 sein könnte. Stein alt, wenn man 30 ist.
Speaker 1: Genau, und diese Zinses- und Zinseszinsrechnungen so nicht verauern kann. Weil das ja dann irgendwann, die Kurve geht ja exponentiell. Und das ist, eigentlich muss man das den Dreißigjährigen jeden Tag sagen, dass sie davon noch profitieren können oder überhaupt profitieren können, am besten schon mit 20. Und wenn, und gerade auch die Eltern, wenn die für die Kinder was Gutes tun wollen, dann legen sie halt immer ein bisschen was an schon. Und dann hat das schon so einen Grundstock und dann geht das über die Zeit natürlich toll hoch. Und das ist eigentlich so der größte Hebel bei der Geldanlage. Wenn man jetzt irgendwie alles wie im Casino nur auf eine Zahl setzt, eine Einzelaktion oder nur auf vier Zahlen, dann kann das schiefgehen. Aber wenn man sozusagen das ganze Feld belegt, die, was wir eben schon gesagt hatten, durch die Indexpapiere, dann kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Und meine andere Erkenntnis war auch, wenn es kracht an der Börse, dann rein. Man hat ja immer so das Gefühl, Gottes Willen, jetzt kracht der Brexit zum Beispiel. weiß noch, ich war beim Brexit, meine Eltern hatten ein Ferienhaus in Belgien und ich saß in diesem Ferienhaus und der Brexit Ja.
Speaker 1: kam irgendwie und dann rauschte die Börse wirklich ja Bums in den Keller und dann habe ich gesagt, rein. So und ich habe selber, war selber nervös und dachte so, na okay, jetzt brüche ich die ganze Welt zusammen, mein Geld ist weg. Und natürlich habe ich auch nicht alles riskiert und auch nicht zu viel riskiert, aber ich habe schon einen signifikanten Betrag dann angelegt in diesen Tagen und habe natürlich total davon profitiert, dass am Ende die Börse immer wieder nach oben gegangen ist. Und wenn man sich das jetzt historisch anguckt, egal ob das die US Aktien sind, ob das die europäischen, ob es die deutschen sind, über den langfristigen Zeitraum von, keine Ahnung, 40 Jahren, ist es ja immer nur nach oben gegangen. Und man kann diese Dellen natürlich sehr gut nutzen, wieder nochmal einzusteigen oder auch aussitzen. Das einzige, was man nicht kann, ist, wenn man jetzt 80 ist, dann kann man es nicht mehr ganz so gut verkraften. Ne, das stimmt. Da sollte man deutlich weniger Risiko eingehen. Genau. die Schwankungen hier hinzuhalten. Würdest du denn sagen, dieses Investment in der Brexit-Zeit war eine deiner, ich sag mal, Top-Geldentscheidung oder gibt es vielleicht noch andere, wo du sagst, Mensch, das ist echt gut gelaufen, eine gute Geldentscheidung? Nein, du bist...
Speaker 1: Also das war definitiv eine gute Entscheidung und ich habe immer wieder dann, wenn es mal runterging, auch Corona habe ich dann genutzt. Also diese Momente, wo immer mal was zusammengebrochen ist. Und das zweite war natürlich auch, ich habe schon in meinem Portfolio, was ich selber managere, recht stark auf Tech-Aktien gesetzt. Und das schon seit vielen Jahren. Und damit bin ich natürlich auch ganz gut gefahren. weil die haben sich ja extrem gut entwickelt. Es gibt ja auch so eine Aussage, dass man nur das kaufen sollte, was man selber versteht. Da bin ich eher so gefahren, das sind Unternehmen, über die ich dann einiges gelesen habe, aber ich muss nicht unbedingt immer die Technologie verstehen. Ich habe aber auch viel investiert in Unternehmen, wo ich mich auskenne, also Kosmetikindustrie oder Luxusindustrie, die großen die großen Namen, wo die Aktien ja auch sich über Jahrzehnte sehr gut entwickelt haben. Also ich finde schon, dass man sich entweder gut informieren muss oder sich ein bisschen auskennt in der Branche. Und ich bin dann ja irgendwann auch noch, habe ja noch ein letztes Standbein sozusagen aufgemacht. Das sind Startup Investments. Ein paar habe ich gemacht. Angefangen habe ich eigentlich mit einem Fonds. Ja, spannend.
Speaker 1: wo ich gesagt habe, das ist der Auxo-Fonds, wo ich gesagt habe, ich beteilige mich daran, weil ich finde auch den Purpose gut, dass sie nur in Startups investieren, wo mindestens auch eine Gründerin mit dabei ist, also keine rein männlichen Gründerteams. Die Idee fand ich gut. Und da hat man natürlich das Risiko gestreut, weil es ist ja, es ist nicht ein Startup, sondern es ist ein ganzer Fond dahinter. Und dann habe ich aber auch ein paar Einzelinvestments gemacht. Und da wird sich dann noch rausstellen, ob das eine gute Idee war oder nicht. Da bin ich auch so bisschen danach gegangen, verstehe ich das Geschäftsmodell, glaube ich, dass das Geschäftsmodell eine Zukunft hat, glaube ich, dass das Team gut ist. Und würde ich das vielleicht, würde ich da jetzt selber, hätte ich selber gebaut und würde ich das selber führen. Ja.
Speaker 1: Aber bei diesen Start-ups, das ist natürlich keine einfache Sache, denn das ist kein Sprint, das ist ein Marathon und die Zeiten sind natürlich härter geworden, die Finanzierungsrunden sind sehr viel härter geworden und was vielleicht auch mal am Anfang eine gute Idee war mit ergeblich viel Potenzial, ist vielleicht jetzt nicht mehr so. Da würde ich meine Hand heute noch nicht für ins Feuer legen, dass sich das mega mäßig auch rentieren wird. Aber ich habe da sehr viel Spaß dran, weil ich glaube an die Teams und die Ideen und bin da auch beim einen oder anderen relativ nah dabei und bin auch in der Beiratsfunktion. Aber mal sehen, was da über die Jahre dann rauskommt. Ja, auch da stellt sich auch wieder die Frage nach dem Ziel. Also ich investiere auch in Start-ups und habe jetzt aber nicht den Anspruch, da das Geld zu verzehnfachen oder so. Also bei mir ist auch so bisschen, ich sag mal, bei mir auch genau wie bei dir Themen, die ich spannend finde, Dinge, ich unterstützen möchte. Also ich könnte das Geld jetzt auch den Spenden sozusagen, ja das ist mein Unternehmen, ja, dann kriege ich ein paar Anteile dafür. Nehme ich dann natürlich mit. Und ich glaube auch, dass wenn man das, wenn man das jetzt mal richtig grob, wenn das jetzt... dass die Investmentstrategie schlechthin ist, dann gilt da natürlich auch diversifizieren. Wenn ich nur in einem Unternehmen irgendwie alles packe, ja Heidi Hofer, was ist das für eine Wette? Wie ist die Wahrscheinlichkeit, dass da eine Stand-Up durch die Decke geht? Genau, du hattest gerade auch schon mal kurz angesprochen, ist wichtig, dass eine Gründerin mit dabei ist und so. Ich würde gerne noch mal dich nach deiner Erfahrung fragen, du hast ja wirklich auch viel mit Frauen zu tun, also schon viele weibliche Mitarbeiter auch geführt. Was sind da so Muster, die du vielleicht auch speziell im Alltag, speziell bei Frauen siehst, wenn es Geld geht? Ja, positiv wie vielleicht auch ausbaufähig, wo du denkst, Mann, ja, es schon wieder eine Frau hier gehalten, ich verhandelte zu tief oder so. Also gibt es da irgendwas so aus deiner Karriere, deinem Erfahrungsschatz, was du als typisches Frauenmuster vielleicht betiteln würdest?
Speaker 1: Also es gibt glaube ich heute nicht mehr so die Frauenmuster, Gott sei Dank, würde ich mal sagen, aber tendenziell ist es natürlich schon so, dass Frauen nicht so aggressiv in Geheizverhandlungen reingehen wie Männer und das ist ein Stück weit auch gut so, aber tendenziell glaube ich, müssen Frauen auch noch, können noch mehr fordern, ja, gleiche Tätigkeit. Das Muster habe ich schon gesehen über die letzten vielen Jahre. Was meinst du, warum Frauen das nicht machen? das... Frauen, sich nicht oder... Mhm, ja, sicherlich. Ja, so dieses, besser nicht zu viel verlangen, Ja. Oder über Geld redet man nicht gerne und Geld ist also, wird sicherlich ein Potpourri aus Gründen sein. Und dann das andere Thema natürlich immer, dass Frauen für die, wenn sie auf die nächste Stufe befördert werden, immer erst mal sich überlegen und fragen, was kann ich nicht? Bin ich schon bereit? Was muss ich noch machen? Was muss ich noch lernen? Wo muss ich mich noch weiterentwickeln? Während Männer im Schnitt. Es gibt viele Ausnahmen. Er sagt, klar, her damit, ich bin ready und wie viel bekomme ich mehr dafür? Das ist einfach eine Tendenz, wo glaube ich gerade die Frauen sagen sollten, ich mache das jetzt mal und dann kann ich immer noch sehen, ob ich es schaffe und ich kann mich da rein entwickeln. Deswegen animiere ich da immer dazu, das zu ergreifen, die Chance.
Speaker 1: denn meistens kann man sich im Job auch weiterentwickeln. Ich überlege gerade, da gibt es auch so eine Erkenntnis, schon bei einer Stellenausschreibung Frauen sich nicht darauf bewerben, wenn sie auch nur eine Kompetenz nicht Also nach ihrem Glauben kann sein, dass sie sie erfüllen. Und Männer so, kriege ich schon hin, mache ich dir schon. Diese Grundeinstellungen. Genau der Punkt. der Punkt. Genau, richtig. Und dann habe ich neulich auch wieder von einer Freundin von mir gehört, die ist Unternehmerin, diese erfolgreiche Unternehmerin. Und dann haben wir da einmal über Geld gesprochen und dann sagte die zu mir, ich weiß, ich kümmer mich nicht das ganze Geld, das macht alles mein Mann. Ich weiß gar nicht, was ich habe. Ich weiß gar nicht, was ich Als Unternehmerin. Ja, verrückt. Und da kann ich nur sagen, das kann gut gehen. Weil hoffentlich diese Beziehung, diese Ehe gut geht. Das kann aber auch nicht gut gehen. Bei der Scheinungsrate, die wir heute haben, würde ich mal sagen, ist die Chance ja auch, dass es nicht gut geht in gewisser Weise da. Und dafür habe ich eigentlich kein Verständnis, dass man das...
Speaker 1: Thema Finanzen komplett dem Partner überlässt. Ich glaube, das ist gar nicht so unüblich. Ja.
Speaker 2: Nee, das ist leider nicht so unüblich. Deswegen ist ja auch Teil dessen, warum wir die Arbeit machen, wir machen, bleiben wir da mani-peni genau deswegen. Niemand geht davon aus, dass man sich irgendwann wieder trennt. trotzdem passiert es der Hälfte der Pärchen. Eben. Und ich finde, was du auch oft vergessen wirst, ja, Trennung ist das eine, aber Todesfälle sind auch das andere. Es ist ja nicht immer nur, trennt sich und wir lieben uns aber so sehr und so weiter jetzt doch nicht mehr. kann ja auch alles passieren. ich finde, also genau, es gibt auch Todesfälle, wo man voll sozusagen in einem ähnlichen Situation steht, nämlich man steht alleine da. Und außerdem finde ich es auch total wichtig, sich finanziell selbst zu ermächtigen, sich auch trennen zu können. Ja, Ja, also wie viele Frauen landen bei uns oder von denen ich höre, die dann sagen, würde, also eigentlich müsste ich mich trennen, aber... kann ich mir gar nicht leisten, ich gar nicht wie das gehen soll. Also die dann wirklich auch bei Null anfangen müssten. Also die haben keinen Einblick in die Finanzen, die wissen gar nicht, was sie selber verdienen, was der Partner verdient, wie leben wir eigentlich gerade über unsere Verhältnisse oder nicht. Und dann ist auch immer so, boah, nee, damit will ich mich jetzt nicht auseinandersetzen. Dann bleibe ich lieber in der unglücklichen Beziehung, was ja auch nicht... Also und da kommt man eben schnell auch in so, es gibt auch diesen Terminus finanzielle Gewalt, wenn das dann ausgenutzt wird und so. das ist alles... Ich reg mich ja regelmäßig doch mal auf, sozusagen. Aber für mich erschließt es sich mir halt auch nicht, weil es ist ja so einfach. Also es ist ja, man muss sich da hinsetzen, aber es ist jetzt nicht, du musst jetzt drei Jahre erst mal ein Finanzstudium machen oder so. also die Hürden sind ja heutzutage so gering wie nie durchs Internet, durch YouTube, durch Podcasts, durch Coachingprogramme und so. Also es gibt für mich keinen sozusagen rational validen Grund, sich nicht seine eigenen Finanzen zu kümmern, sondern da sind wir dann ganz schnell wieder, was du auch gesagt hast. soziale Prägung, soziale Herkunft, wie denke ich über Geld, ja, ist Geld schmutzig, ist Geld Männersache, aber das gehört halt nun mal dazu im Erwachsenenleben, wie ich finde, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen, weil du bist halt nicht mehr 15 so. Du bist ja wachsend. Also übernehmen auch die Fahnen.
Speaker 1: auch. Ob es das Hobby ist oder der Beruf ist, wir setzen uns tief damit auseinander. Insofern kann man sich auch mal mit dem Geldthema auseinandersetzen. Und es gibt ja heute genug edukative Podcasts. In jeder Frauenzeitschrift spielt Geld jetzt eine Rolle. Es gibt 160.000 Seminare. Es gibt ja gar keine Entschuldigung, es nicht zu tun. Ja, finde ich auch. Schön, dass du das auch noch mal gesagt hast. Wer sagt nicht, du? Ich is' immer. Liebe Tina, kurz vor Abschluss, ich hab' gleich noch zwei schnellere Fragen, aber was würdest du jetzt den Frauen, die das jetzt hören, die egal, ich sag mal, in welcher finanziellen Phase die entstecken, aber was würdest du sagen, so rückblickend aus deinem Leben, aus deinen Erfahrungen, was sind vielleicht so die, weiß nicht, zwei, drei so wichtigsten Learnings über Geld, über Finanzen? Von denen wir sagen, das muss eigentlich jede Frau hören und wissen und verinnerlichen. Also erstens, Finanzen sind wichtig. Und man sollte das Thema nicht wegschieben, nicht aufschieben, sondern sich damit beschäftigen und dann wird man raus oder wird erkennen, das kann auch Freude machen und das ist eigentlich eine schöne Materie, wenn man sich damit mal anfängt zu beschäftigen. Das geht, denke ich, für Wirtschaft insgesamt übrigens, nicht nur für Finanzen. Das Zweite ist, Timing ist die größte Miete überhaupt. je früher, desto besser, weil man dann eben diese lange Zeit des Skaleneffektes hat. Und drittens denke ich, die Auswahl der Finanzinstrumente spielt eine entscheidende Rolle. Die ist sehr individuell, nach Risikoneigung, nach Lebensplanung, nach Lebensphase. Aber summa summarum finde ich, kann man schon sagen, man sollte die Produkte auswählen.
Speaker 1: die keine exorbitanten Kosten haben. da wird so viel auch darüber geschrieben. Ich glaube, da kann man ganz einfach als Google oder hier den Podcast hören. Das wird einem heute ja wirklich auf ein Silbertablett serviert. Das war ja vor 20 Jahren nicht so. kann man auch sagen. Über einen ETF hat kein Mensch gesprochen. Ich weiß gar nicht, ob es den schon gab, aber generell nicht. Und da ist ja heute viel Erziehung. Kann auch.
Speaker 1: die auch jeder versteht. ich glaube, das dritte, das wichtigste zu schauen, in was investiert man wirklich rein. Und was ich mir wünsche würde, ist, dass man mehr darüber spricht, dass man sich mehr darüber austauscht, im Positiven, ohne dass das jetzt das Gefühl vermittelt, die wäre jetzt mit ihrem Reichtum prallen oder die will von mir wissen, die letzten Tricks oder die neuesten Tricks. Aber dass das so ein bisschen in die normale Konversation einzughält, das Thema Geld, das wäre schön. Und als nichts Schlimmes oder Böses, sondern als etwas Zukunftsorientiertes, gerade in Richtung jetzt, weil wir in dieser Alterspyramide stecken, die sich so sehr wandelt, also gerade in Richtung Vorsorge fürs Alter. Besonders den letzten Punkt finde ich auch noch sehr schön, den du gesagt hast, über Geld zu sprechen. Meine Erfahrung ist da auch auch Feedback aus der Community, dass alle auch sehr dankbar sind, wenn man das Thema mal aufmacht. Ich habe das Gefühl, viele wollen drüber reden, irgendwie schon, aber keiner traut sich, die Person zu sein, die das Geld hier mal auf den Tisch legt. Und wenn mal eine so mutig ist und sagt, es kann doch so was sein wie, Leute, ich habe das Gefühl, das gerät mir gerade aus der Kontrolle oder so. Wie macht ihr das eigentlich in eurer Panik? Das fühlt sich für mich irgendwie nicht so richtig gut an. Oder ich glaube, ich bin kurz vor Schulden. Also sich da auch, ich sag mal, verletzlich zu machen. Das gehört ja auch zu einer schönen Freundschaft oder Familienkonstellation irgendwie auch mit dazu, zu sagen, es ist nicht gerade alles so anscheinend bei mir. können wir kurz drüber reden. Wie macht ihr das denn? Da geht auch so viel Wissen verloren, so viel Erfahrungstatts verloren, dadurch, dass wir nicht drüber sprechen. Hat die Lösung ja eine der Freundinnen oder jemanden der Familie oder im Umfeld? Wir wissen es noch nicht, weil wir nie sozusagen den Mut hatten, so bisschen nur die Hosen runterzulassen. Also ich finde das ist ein sehr, sehr schöner Aspekt, weil es kann auch nur uns Frauen auch einfach nur im Gesamten helfen. Du hast ja auch schon über Gehaltswarnung und so weiter gesprochen. Also mal mit der Freundin darüber sprechen, was verdienst du eigentlich? So eine Benchmark mal zu haben, ach okay, ja, das ist ja irgendwie mehr als ich. Wie hast du das denn geschafft? Also gegenseitig auch irgendwie zu supporten und irgendwie hochzuziehen.
Speaker 2: Ich habe jetzt noch zwei ganz kurze Fragen an dich, Ligutina. Erstens, was schätzt du an dir persönlich ganz besonders? dass ich, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dass ich es dann auch erreichen möchte und meistens auch erreiche. ich habe schon so, wenn ich eine Vision habe, gutes Durchsetzungsvermögen und ich halte auch durch und dann freut es mich am Ende, wenn ich das realisieren konnte, was ich mir vorgenommen habe. Ja, finde ich jetzt nicht überraschend. Und dann, man weiß ja eigentlich immer nur was andere eher sagen, was sie an einem schätzen, aber ich glaube ich schätze auch an mir, ich bin nullnachtragend. das ist schön.
Speaker 1: Kombination mit einer gewissen Vergesslichkeit. Also wenn ich mal mit Freunden oder Freundinnen gestritten habe, ich vergesse das wirklich relativ schnell und ich bin überhaupt nicht nachtragend. Also ich weiß gar nicht warum, aber bei mir ist eigentlich die Tür immer auf, auch wenn man sich gestritten hat. Und ich halte es auch nicht gut aus. Also wenn ich mich mit jemandem gestritten habe und da ist vielleicht auch dann Funkstille, dann halte ich das überhaupt nicht gut aus. Dann bin ich meistens die Erste, sagt, können wir jetzt wieder darüber sprechen? Können wir das wieder irgendwie in eine gute Bade bringen? Und mir fällt das sehr schwer, etwas, also auch etwas aufzugeben. Also ich kämpfe sehr darum. wenn Konflikte kommen, dass es wieder gelöst wird. Ich war auch immer sehr loyal im Beruf, den Unternehmen gegenüber, für die ich gearbeitet habe. Also schon sehr loyal, höre ich das.
Speaker 2: Ja, ja, schön. Und was schätzt du an uns Frauen ganz besonders? Grundsätzlich, dass wir durch unsere Gehirnströme und unterschiedliche Hormonausstattung wirklich im Multitasking-Wunder sind und viele Dinge auf einmal machen können, während Männer arbeiten mehr im Batch-Verfahren und Frauen arbeiten an allem gleichzeitig. Beide kommen ja an ihr Ziel, das ist ja das Schöne, auf unterschiedliche Art und Weise. Ich finde, dass wir Frauen dabei immer gut oder im Schnitt gut kommunizieren können und gewisse Emotionen da auch reinlegen und das finde ich das Gesamtpaket ist eigentlich schön. Logisch, Frauen sind natürlich... Wir sind besonders. Alles alles besonders. Ja.
Speaker 2: Vielen lieben Dank, Clementina. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, dir auch so offen über Geld zu sprechen. Also danke, dass du da auch wirklich so offen drüber geredet hast, wofür du auch Geld ausgibst und wofür nicht und so. Und wie du auch investierst, waren sehr, sehr wertvolle Einsichten. Ja, vielen, Dank an der Stelle und ich sag mal, vielleicht dann bis bald. Ja, sehr gerne. Hat mir auch viel Freude gemacht. Ja, tschüss. Super, danke dir.
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