Wie ständiges Ja-Sagen dich Geld und Freiheit kostet – MMP meets Ruth Moschner | Episode #473

Shownotes

Wenn du ständig Ja zu anderen sagst – wann sagst du eigentlich Ja zu dir?

Darüber spreche ich mit Ruth Moschner, Moderatorin, Autorin und Vorständin bei Teilenswert e.V., dem Verein für Demokratieförderung. Ihr neues Buch heißt „Die Fuck-It-List-Challenge" und ist das genaue Gegenteil einer Bucket-List: eine Liste dessen, was sie bewusst weglässt.

In dieser Episode erzählt Ruth:

  • welche Frage sie an jedes ihrer Ziele stellt und warum die meisten Ziele diese Frage nicht überleben.
  • warum sie Freundschaften beendet, obwohl sie die Menschen weiterhin liebt und welcher Satz einer Freundin ihr dabei die Augen geöffnet hat.
  • warum „Frauen können nicht mit Geld umgehen" für sie die größte Lüge des Jahrhunderts ist und wem diese Lüge nützt.
  • was passierte, als sie Minuten vor einer Live-Sendung gefeuert wurde und womit sie sich danach über den Monat retten musste.
  • warum sie die Ehe als Wirtschaftsvertrag betrachtet und das überhaupt nicht unromantisch findet.

Außerdem rechnet Ruth vor, was unbezahlte Care-Arbeit mit Einkommen, Karriere und Rente macht, warum die Frauen mit DDR-Geschichte für sie die Gewinnerinnen der Wende sind – und warum sie ausdrücklich auch Männer mit im Boot haben will.

Dieses Gespräch ist eine Einladung zum Streichen, wenn du das Gefühl hast, dein Kalender und dein Konto gehören gerade allen außer dir.

Auf deine Unabhängigkeit, Natascha

PS: Like, bewerte und teile diese Folge wie immer sehr gerne und sende dem Algorithmus so ein klares Signal! Und schick sie der Frau, die zu allem Ja sagt und deshalb nie zu sich selbst kommt – deiner Schwester, deiner Kollegin, deiner besten Freundin.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ein großes Facke, Frauen können nicht mit Geld umgehen.

00:00:03: Das stimmt einfach nicht!

00:00:04: Es ist einfach eine größte Nüge des Jahrhunderts... Ich habe eine Ausbildung bei der Bank abgebrochen aber wäre ich in der Kreditabteilung einer Bank.

00:00:13: Ich würde immer alleinerziehenden Frauen einen Kredit geben weil das ist eine Gruppe an Menschen die so gut haushalten können und müssen.

00:00:22: Und das Interessante ist dass wir... haben wir in den Bundesländern mit DDR-Geschichte einen Gender Pay Gap von fünf Prozent, in den Landesländern der BRD siebzehn Prozent unterschieden.

00:00:35: Und Gründerinnen mit DDR Geschichte haben eine nachhaltigere Erfolgsgeschichte.

00:00:43: Das heißt, sechzig Prozent dieser Unternehmen die von Frauen mit DDR Geschichten gegründet wurden, haben weiterhin bestanden.

00:01:00: Salü ihr Manny Penis und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meiner Manny-Penemies.

00:01:04: Heute mit, ihr kennt sie alle, Ruth Moschner, Moderatoren, Autorin ist sie und Sie es auf Vorständen bei Teilenswert

00:01:11: e.V.,

00:01:13: der Verein bündelt Reichweite XII Vorne mich auf Social Media, für redaktionell wirklich geprüfte Meldungen die zwischen Rage-Bate, Hass und auch diesen ganzen populistischen Beiträgen sehr oft untergehen.

00:01:26: Und will so demokratisch stärkenden Themen mehr Sichtbarkeit geben.

00:01:31: Ruth und ich sprechen in dieser Folge über Ruths neues Buch.

00:01:34: Die Fuck It List Challenge.

00:01:36: lieben wir schon direkt!

00:01:38: Darüber warum bewusst es weglassen Ja, oftmals wichtiger sein kann als immer alles zuzulassen.

00:01:44: Immer wieder neue Ziele denn wenn du ständig ja zur anderen sagst, sagst du oftmals nein zu dir selbst.

00:01:50: Ruh erzählt warum sie Freundschaften beendet die ihn nicht mehr gut tun weshalb Geld für Sie Sicherheit und Freiheit auch gleichzeitig bedeutet und wie sie nach einer Kündigung, das war ein paar Sekunden oder Minuten vor einer Live-Sendung mit Zitronenspaghetti.

00:02:07: Fünfzig fennig Schokolade und sehr viel Mut komplett neu angefangen hat.

00:02:13: Außerdem erfährst du in unserem Gespräch wie ein klares Nein zu mehr Selbstbestimmung führt.

00:02:19: Wie du erkennst, welche Ziele wirklich deine sind?

00:02:22: Warum Frauen können nicht mit Geld umgehen für Ruth eine patriarchale Lüge ist – für uns auch!

00:02:28: Warum Ruth dafür plädiert eher als wirtschaftlichen Vertrag zu betrachten?

00:02:32: Wie unbezahlte Kehrarbeit Einkommen, Karriere und Altersvorsorge beeinflusst?

00:02:36: Und obendrauf bekommst du noch Die eine konkrete Frage, den ein Tipp mit dem du heute anfangen kannst deine Fuckit List zu starren.

00:02:46: Also let's go viel Spaß mit Ruth Moschner!

00:02:50: Ja und damit ganz herzlich willkommen liebe Ruth schön dass du da bist.

00:02:53: vielen Dank das du die Zeit nimmst

00:02:56: sehr gerne.

00:02:58: Es ist ja für mich ein Starstruck Moment.

00:03:01: Ein absoluter Fangirl-Moment, die habe ich dir vorhin schon mitgeteilt.

00:03:04: Ich bin da ein bisschen aufgeregt!

00:03:06: Du bist ein absoluter Medium-Profi.

00:03:09: Du hast ein neues Buch geschrieben, mein Brot haben wir im Intro schon gehört.

00:03:12: Die Fuck It List Challenge.

00:03:16: Sehr coole Titel.

00:03:18: Magst du uns mal verraten was ist denn überhaupt die Fuck it List?

00:03:22: Worum geht's

00:03:22: da?!

00:03:24: Also die Baguette List ist im Grund genommen die große Schwester der Baguete List und ich will auch niemanden diese große Wunschliste wegnehmen.

00:03:31: Das ist natürlich ganz wichtig, dass wir Ziele haben in Leben und Träume.

00:03:35: Ich stelle mir aber die Frage warum haben wir diese Ziele und Trräume?

00:03:39: Sind das wirklich unsere eigenen oder rennen wir da irgendwelchen Sachen hinterher, die uns eigentlich die Gesellschaft die ganze Zeit vorgeigt, die Eltern beigebracht haben wie vielleicht den Freundinnenkreis uns vorschlägt?

00:03:52: Wir stellen uns ja oft die Frage so, wie komme ich möglichst schnell an das Ziel?

00:03:58: Und mit der Faktlisten möchte ich letztendlich genau diese gesellschaftlichen Strukturen verabschieden und zuerst mal die Warum-Frage stellen.

00:04:06: Also warum möchte ich das eigentlich?

00:04:10: meiner Möglichkeiten versuche ich seit vielen, vielen Jahren eben genau diese Fakets auf meine Liste zu setzen.

00:04:16: Dinge wegzulassen weil ich davon überzeugt bin wenn wir ein klares Nein äußern dann wird das ja umso herzhafter und um so lebensbejahender auch.

00:04:29: man kann natürlich alles auch weglassen sagen nö da ist mir alles zu viel.

00:04:34: aber die frage ist halt an mich dann wirklich mal der eigens lieben oder der anderen?

00:04:38: und dafür ist die Lebenszeit einfach auch viel zu limitiert.

00:04:42: Ja, wer du so gesprochen hast fährt mir direkt ein Beispiel ein das Eigenheim.

00:04:48: Das ist was schönes aus meiner Sphäre.

00:04:51: Ja, das Eigenheim hat man halt so und man baut halt ein Haus.

00:04:54: Und da steht dann genau auf irgendeiner Bucketlist, so Eigenheim.

00:04:58: Dann fragt man es aber so ein bisschen ... Was du beschreibst, das macht man halt.

00:05:04: Das hat man vorgelegt bekommen.

00:05:05: Deswegen übernehme ich das jetzt in mein Leben.

00:05:08: Und oftmals oder nicht selten, wachen gerade wir Frauen ja auf.

00:05:11: Irgendwann denken so, oh, warte mal, wie bin ich jetzt eigentlich hierhin gekommen?

00:05:14: Das

00:05:15: kommt ja aus meiner Jugendzeit!

00:05:20: Wir haben mich hier aufgewacht.

00:05:23: und sag mal du

00:05:24: hast es gerade

00:05:25: schon beschrieben dass das auch eine Liste für schon seit Jahren.

00:05:28: Wie bist Du denn... Was war denn sozusagen dein persönlicher Hintergrund dazu?

00:05:33: Wie ist deine Geschichte, wie bist du jetzt darauf gekommen so eine Faclist überhaupt zu etablieren für dich erstmal.

00:05:39: Also ich glaube, ich hatte diese Facke-Einstellung schon immer ein bisschen muss

00:05:43: sagen.

00:05:45: Ich bin in Bayern groß geworden und das ist ja ein sehr konservatives Bundesland.

00:05:49: Mir ist es auch immer ein wenig unangenehm, das zu erzählen, welcher so sei.

00:05:53: Ich schreibe das immer so als die umgekehrte DDR.

00:05:56: also... Die Leute in Bayern wollen niemanden reinlassen!

00:06:00: So unter sich bleiben und am liebsten der Freistaat und des eigenen Königreichs usw.. Man muss da ja auch nicht gendern Königinnen reich wäre oder so dass wir jetzt weit davon entfernt.

00:06:12: Und ich... ... war schon immer so, heiraten.

00:06:16: Nein!

00:06:17: Kinder hat sich relativ schnell auch dann erledigt... ... weil ich gedacht habe, nee das ist einfach nicht mein Lebenstraum.

00:06:25: Die Immobilie ist was anderes tatsächlich.

00:06:28: Aber da kommen wir später noch mal dazu wenn wir auch über Geld sprecken.

00:06:32: Wo es ja auch, wofür es ein ganzes Kapitel gibt in einem Buch,... ...wenn ich das auch ganz wichtig finde, was da ja auch ganz viele alte Strukturen gibt und viele stolper fallen.

00:06:41: aber für uns Frauen ist es nochmal anders zu betrachten meiner Ansicht nach.

00:06:45: Und im Laufe des Lebens, je älter man wird, desto öfter wird man dann ja doch vom Schicksal getroffen, verliert Freunde, Freundinnen, Familienmitglieder oder vielleicht auch einfach nur eine prominente Person die einem das Leben lang im Fernsehen begleitet hat wenn sie stirbt.

00:07:05: da hab ich immer... angefangen zu überlegen, okay ich trauere sehr intensiv aber ich betrachte das auch als ein großes Geschenk dieses Bewusstsein zu haben mal in meinem Leben Bilanz zu ziehen und zu sagen wo stehe ich denn jetzt?

00:07:19: weil der Tod Aus dem nahen Umfeld ist für mich immer eine Erinnerung zu sagen, wir wissen nicht wie lange es dauert und die Lebenszeit ist definitiv limitiert.

00:07:31: Und wir können uns noch so beschissen anstellen!

00:07:34: Das werden wir hinkriegen in unserem Leben.

00:07:36: Also wenn wir eines schaffen werden, ist es irgendwann zu sterben?

00:07:40: Wir

00:07:41: wissen nur nicht wann.

00:07:42: also ein Erfolgserlebnis gibt's auf jeden Fall so und das ist das Ende.

00:07:48: Im Gegensatz zu OPA ist das ja meistens relativ unspektakulär in der großen Aria-Drama, Payettenglitter und große Tropeten.

00:07:57: Und in unseren westlichen Ländern ist es so dass wir den Tod ausklammern.

00:08:02: Auch darum geht es im Buch.

00:08:04: Es geht um Abschiede aber letztendlich ist das Kapitel Longschwiti oder das Marketing mit der Angst vor dem Ende wie ich's genannt habe ist eine Liebeserklärung an das Leben Weil ich glaube, dass wir nur dann richtig im Leben stehen können wenn wir uns mit dem Ende beschäftigen.

00:08:26: Ja finde ich super spannend!

00:08:27: Es gibt ja auch so schöne Ansätze quasi das Leben so ein bisschen auch... Ich sag mal rückwärts zu planen ne?

00:08:33: Das war von John Strelecky zum Beispiel, war das glaub' ich in seinem Big Five vor Live.

00:08:38: Das ist ja auch ein ehiges Konzept, zu sagen okay was möchtest du eigentlich auf deiner Beerdigung?

00:08:45: Welche Reden sollen da gehalten werden?

00:08:46: Was soll über dich gesagt werden?

00:08:48: hat besonders viel gearbeitet

00:08:51: oder

00:08:51: war irgendwie schöne Erlebnisse gehabt und so weiter.

00:08:54: Oder es geht ja ein bisschen in die Richtung auch dieses Leben im hier und jetzt zu genießen.

00:08:59: Und ich habe solche Momente auch immer mal.

00:09:01: bei mir sind's dann so gesundheitliche Sachen, wenn ich sie so merke.

00:09:04: Ich bin nicht mehr meine Energie oder Krieg irgendwie also Blutwerte, wo ich denke, nee, das ist jetzt ... Wo ich merke, dass es auch Stress und so.

00:09:14: Das sind bei mir dann kleine Reminder.

00:09:17: Abseits vom Tod war es natürlich der größte Reminder, aber solche Schicksalschläge hatte ich glücklicherweise in meinem direkten Umfeld nicht.

00:09:25: Bei mir sind's dann aber oder auch bei den Eltern, die werden auch älter.

00:09:28: Und wenn da mal eine Diagnose kommt, denk ich schon so ah!

00:09:30: Also man kann das auch am kleinen dann auch schon wahrnehmen und es ist ja sozusagen genau auch das, wofür du plädierst.

00:09:37: Was steht denn auf deiner persönlichen Faketliste, Ruth?

00:09:40: Ich habe da immer ein Buch geschrieben Natascha!

00:09:42: Du glaubst es gar nicht, die ist relativ lang...

00:09:45: Ja was

00:09:45: sind so die größten Punkte?

00:09:48: Nein aber wir können so bisschen einfacher runterbrechen.

00:09:51: also es gibt natürlich auch die kleinen Faculinius Und es gibt die großen Fakets, weil viele Themen, die mich beschäftigen haben natürlich einen patriarchalen strukturellen Hintergrund.

00:10:00: Die können wir natürlich nicht von heute auf morgen ändern.

00:10:02: Das könnte ich nicht erwarten.

00:10:04: Veränderungen sind nie anspringt.

00:10:06: Die sind immer ein Marathon egal ob das jetzt zum Beispiel das Thema Gesundheit ist oder das Thema Geld.

00:10:12: Oder das Thema Sexualität letztendlich auch.

00:10:15: Ich meine das ist ja auch ein großes Thema.

00:10:19: Für uns Frauen, weibliche Lust wird ja total geschämt und wir dürfen nicht.

00:10:24: Und das und Body Count usw.

00:10:28: Also ganz kleine Themen, warum die es

00:10:31: in dem Foto geht.

00:10:34: But wie können auch bei den Faculinius anfangen?

00:10:38: Zum Beispiel Multitasking ist immer so gerne mein kleines Fakulino, weil ich es immer wieder versuche fünf Dinge auf einmal zu machen und immer wieder festzustellen.

00:10:47: Ach was?

00:10:48: Ich erzähle den Leuten da draußen ja immer multitasking gibt's gar nicht!

00:10:51: Das ist einfach auch eine blöde Erfindung Leute klein zu halten.

00:10:55: Fall aber selber immer drauf rein.

00:10:56: zum Beispiel wenn ihr jetzt da draußen diesen Podcast hört oder seht währenddessen am Handy scrollt dann noch irgendwas essen und den Wochenplan für nächste Woche macht.

00:11:09: Das ist multitasking, das funktioniert nicht weil ihr gerade schon vergessen habt was ich grade oder Natascha grade gesagt haben.

00:11:15: Total!

00:11:16: Wir sind nicht im Fokus und da falle ich immer wieder drauf ein.

00:11:19: Ich hatte das neulich auch wo ich dann mit der Kaffeetasse und dem Laptop ins Badezimmer gegangen bin um mir die Zähne zu putzen.

00:11:25: Die Kaffee-Tasse ist runtergefallen.

00:11:28: Wolle

00:11:28: streifen an der weißen Wand.

00:11:31: Was habe ich gewonnen?

00:11:32: Gar nichts außer dreißig Minuten weil ich die Wand schrubben musste.

00:11:36: Also totaler Fell, mein absolutes Faculino oder zum Beispiel toxische Freundschaften.

00:11:43: also sie haben ja auch so dieses Mindset, ihr müsst nicht ganz viele Freundinnen bekannten haben große Partys wie man sich das alles vorstellt und wie man es ja auf Instagram immer sind diese großen Yay Happy Bubble Gedöns.

00:11:59: Und das habe ich auch tatsächlich relativ früh gemacht.

00:12:02: Ich hab immer sehr eng Freundschaften, Freundinenschaften.

00:12:06: Und dann ja an der einen oder anderen Stelle stellt man fest dass es eben nicht mehr so passt.

00:12:12: und wenn du dann in die Interaktion gehst unter Themen ansprichst und die Reaktion aber dann entsprechend Unverständnis zeigt Dann muss man natürlich auch überlegen tut mir das gut.

00:12:25: Ich möchte ein Umfeld haben Das große Thema Zugehörigkeit, in dem ich sein kann wie ich bin und nicht irgendwelche Anteile von mir zu Hause lassen.

00:12:35: Weil ich dann denke so mit der kann ich nicht über Politik reden die ist das und dass also gibt ja unterschiedliche Sachen.

00:12:46: Und natürlich mit fünfzig wurde man schon das ein oder andere mal enttäuscht und für mich ist das auch eine Form von Selbstermächtigung.

00:12:56: dieses Schluss machen, dass man auch daraus lernt.

00:13:00: Und das ist ja überhaupt nicht böse gemeint!

00:13:03: Es geht gar nicht... Man liebt natürlich trotzdem diese Person aber es passt halt einfach nicht und das ist dann wieder die Lebenszeit, die mir zu wichtig ist um die Qualität, die ich aus meinen Freundenschaften eben auch ziehen möchte.

00:13:18: Das ist ein, sagen wir mal, Faculino zweiten Grades.

00:13:23: Ja, für mich schon herausfordert.

00:13:25: Aber das kennt man sich ja.

00:13:27: dann verabredet man sich mit Leuten und eigentlich hat man gar keinen Bock!

00:13:31: Und dann habe ich zum Beispiel meine Freundin darauf hingewiesen und es war für mich auch so ein Aufwachen dass sie sagte so du willst dich nicht mit der Person treffen?

00:13:42: Willst Sie aber nicht verletzen und im gleichen Moment verletzt du dich selber.

00:13:46: Du cancels die Verabredung mit dir selber, weil du die andere Person dir vorziehst.

00:13:52: und dieses Bild hat sich so eingebrannt bei mir und das fand ich eine Hilfe.

00:13:59: und natürlich ist es immer ne Überwindung wenn man unangenehme Sachen sagt.

00:14:04: also auch jemandem eine Kündigung aussprechen oder ihm zu sagen nein das passt mir jetzt gerade nicht.

00:14:10: Das ist aber eine wahnsinnig gute Übung einfach auch nur fair, diese Offenheit auszusprechen und es geht nicht um Vorwürfe so du-du-du sondern ich empfinde das so.

00:14:24: Für mich passt es gerade nicht!

00:14:26: Und dann gucken wie die andere Person reagiert und ich glaube dass sehr auch der gesellschaftlichen Harmonie dient.

00:14:35: Ja, das denke ich auch auf jeden Fall.

00:14:38: Und wie du es auch angesprochen hast und diese persönliche Grenze zu setzen... Also das Beispiel fand ich jetzt wirklich sehr cool!

00:14:44: Hat das ja am Anfang auch schon gesagt, nur wenn ich Nein zu etwas sage, sag' ich auch Ja zu etwas Anderem wieder.

00:14:49: Und wenn ich die ganze Zeit Ja zu anderen sage, sage ich die ganzen Zeit Nein zu mir und das ist definitiv nicht gesund!

00:14:54: Ich glaube wir kennen sie auch alle, ich nenne sie dann gerne auch so Energievampire.

00:14:57: Das sind Leute, du triffst dich da mit denen?

00:14:59: Dann kommst du nach Hause und denkst Boah, wie bin ich total ausgelaut weil es so anstrengend war... Und wenn man das dann vielleicht mit jemand anderes vergleift und der, ach, das war ja totales Leichte Treffen oder hat total Spaß, ich komme total energetisiert daraus.

00:15:13: Dann ist eigentlich schon eher klar, mit wem man mehr Zeit verbringen sollte und mit wemen halt einfach weniger.

00:15:17: Und oftmals ist es auch beidseitig!

00:15:19: Ich habe sehr erlebt dass die andere Person sagt aber du bist doch mal der beste Freundin und ich verbringe am liebsten Zeit mit dir sondern es ist dann auch das Gegenüber was sich irgendwie auch nicht so richtig... Traut dann, was auch so ein bisschen oder es vielleicht nicht so reflektieren.

00:15:32: Wenn man das so sagt, dass ist irgendwie nicht so, ja stimmt.

00:15:35: Irgendwie habe ich's auch gefühlt, ne?

00:15:37: Weil oft bleiben wir dann glaube ich auch wieder auch gesagt, dass die anderen Leute nichts zu verletzen und manchmal verletzt man halt Menschen im Leben.

00:15:43: Ja.

00:15:44: Das ist auch natürlich ... Das ist

00:15:45: dann auch so!

00:15:46: Ist auch okay,

00:15:47: ne?!

00:15:48: Das ist natürlich auch eine Eigenschaft

00:15:50: von uns Frauen.

00:15:50: Wir sind ja von Anfang an

00:15:53: so zugen,

00:15:53: auszuhalten, emotional auszugleichen zu retten.

00:15:57: also egal ob das jetzt in heterosexuellen Liebesbeziehung ist aber ich finde auch in Freundschaft oder Freundinenschaften schaukelt man sich da gegenseitig hoch und dann lohnt es sich wirklich nochmal ganz genau hinzukucken.

00:16:11: Ja, ja absolut.

00:16:12: Ich sage auch mal das Umfeld ist eigentlich so der eines der wichtigsten Faktoren im Leben.

00:16:17: also für Glück, für sicherlich auch Erfolg.

00:16:19: ich mein wir reden hier auch über Finanzen.

00:16:21: so ne wenn ich dann die ganze Zeit nur Leute mich herum habe die sagen ach sei doch zufrieden mit dem was du hast ach komm.

00:16:26: aber er bezahlt doch die Miete so und es ist das ist dann einfach kein förderliches Umfeld.

00:16:33: Aber

00:16:35: das gibt es halt und der Einfluss vom umfeld ist einfach so groß mal ausmisten darf.

00:16:42: So kann man schon auch steuern, also nur weil jemand in dein Leben kommt und da mal sozusagen eine Berechtigung für hatte heißt ja nicht das ein Ticket-Ticket für immer ist.

00:16:51: Ja ich glaube einfach auf keine Angst vor den Konflikten zu haben und es ist... Ich weiß dass selber aus eigener Erfahrung das ist natürlich ne Überwindung, weil man natürlich Sorge hat.

00:17:01: wie reagiert die andere Person?

00:17:03: aber alleine diese Sorge könnte ein Indiz dafür sein, dass es nicht so ganz gesund ist.

00:17:10: Ja, man übernimmt dann wieder die Verantwortung für die Gefühle der anderen.

00:17:14: Auch das ist eine Grenze.

00:17:17: Viele andere Bücher.

00:17:24: Was ich an deinem Aspekt auch so spannend finde in einer Welt wo es ja immer im Überfluss geht und wir mehr haben mehr haben plädiest du ganz klar fürs Weglassen.

00:17:33: würdest du sagen dieses weglassen schon Ja, ein unterschätztes Gut.

00:17:39: Ein unterschätzter Luxus vielleicht unserer Zeit auf dem wir mehr schauen sollten so ganz generell im Leben?

00:17:45: Ich glaube, dass das in Zukunft die einzige Chance ist, dass wir wirklich weiterhin eine Zukunft haben.

00:17:51: Also wenn man jetzt die letzten Jahrhunderte zurückblicken, haben wir ja immer die Spirale nach oben gesehen.

00:17:59: also egal ob es jetzt zum Beispiel Nahrungsmittel angeht oder auch Kapitalismus angeht Geld so all das ging ja immer nach oben Und irgendwann ist aber die Grenze erreicht und wir merken eben, dass wir einen großen Hang zur Beereicherung haben.

00:18:20: Also Reichtum ist was tolles.

00:18:24: Bin ich auch dafür... Wie gesagt für uns Frauen ist das momentan einfach noch die einzige Möglichkeit da so ein bisschen mitzuspielen und eben auch Freiheiten zu haben, die wir sonst definitiv nicht hätten.

00:18:37: Amut.

00:18:40: Also erstens ein Skandal, dass wir in diesem Land darüber sprechen müssen.

00:18:43: Aber es ist nicht mal Fakt, Altersarmut bei Frauen... Also das Thema liegt mir total am Herzen.

00:18:51: Ich bin ja auch immer so ein bisschen übergriffig, was so ein Thema angeht, welcher man denkt.

00:18:55: Ihr müsst euch mit dem Thema beschäftigen und lasst euch bitte nicht einrehen an großes Fackett.

00:18:59: Frauen können ich mit Geld umgehen?

00:19:01: Das stimmt einfach nicht!

00:19:02: Es ist einfach eine Größe Lüge des Jahrhunderts.

00:19:05: Das Patrachat.

00:19:07: Die Lüg-Größe.

00:19:09: Ich

00:19:09: habe eine Ausbildung bei der Bank abgebrochen Aber wäre ich in der Kreditabteilung einer Bank, ich würde immer alleinerziehenden Frauen einen Kredit geben.

00:19:17: Weil das ist eine Gruppe an Menschen die so gut haushalten können und müssen.

00:19:23: Das ist natürlich sehr traurig!

00:19:25: Da sieht dann auch wieder an unseren Strukturen, dass eben Alleinerziehende überhaupt keine Unterstützung bekommen.

00:19:32: Noch mehr Steuern zahlen?

00:19:33: Steuern zahlen.

00:19:35: Allein erziehende Mütter sind die Gruppe, die proportional sozusagen relativ zum Einkommen am heißen Steueren-Zahl.

00:19:42: in Deutschland muss man das machen.

00:19:43: Der Absoluten

00:19:44: Wahnsinn!

00:19:44: Also was da auch momentan angesetzen wieder verabschiedet wird... Da kriege ich das kalte kurze Entschuldigung, dass es mir so ein bisschen

00:19:52: haut.

00:19:52: Ist gut aber meine Zuritschaft ist das gewöhnt

00:20:00: und daher ja.

00:20:02: also wenn eine Zielgruppe gut haushalten kann, dann ist es genau diese.

00:20:10: Also lass euch da nichts einreden das ist einfach gelogen!

00:20:14: Es stimmt nicht und man muss nur eben die Hemmschwelle über... ... treten und nicht sagen, ja meine Beziehungsperson macht das.

00:20:22: Und ach wofür brauchen Konto?

00:20:23: Wir machen das gemeinsam!

00:20:25: Eine herzlichen Glückwunsch... ...und plötzlich hast du keinen Zugriff mehr.

00:20:28: Er ballert dir eine und wo gehst du dann hin und von welchem Geld?

00:20:31: Also Geld bedeutet für mich aktuell natürlich Sicherheit.

00:20:37: Also Punkt eins Sicherheit, Punkt zwei aber eben auch Freiheit.

00:20:40: also diese Kombination ist essentiell und solange wir noch nicht so umstrukturiert haben, dass wir flachere Hierarchien haben.

00:20:50: Dass wir wirklich soziale Marktwirtschaft leben und in eine Umverteilung kommen, in der es eben auch Frauen möglich ist wenn sie arbeiten gehen, wenn sie das wollen, wenn Sie das möchten.

00:21:05: aber viele haben ja gar nicht die Entscheidungsfeier, sondern sie müssen einfach auch was ja auch was Gutes ist zu arbeiten.

00:21:14: ich verliere mich gerade Aber eben diese Sicherheit, die ist momentan nicht gewährleistet bei der Empathie und Unterstützung gar nicht da ist.

00:21:20: Also du wirst es als Frau total allein gelassen?

00:21:22: Ja ja, total.

00:21:24: Und gleichzeitig Frauen sind gut mit Geld sozusagen.

00:21:28: Da sehen wir auch bei den Investoren Frauen machen mehr Rendite als Männer.

00:21:33: Nimmer guckt sich und Frauen sind auch diejenigen, die das Geld im Haushalts zusammenhalten vor allem dann wenn's nicht gut aussieht.

00:21:41: Wenn ihm wie genug da ist... ... hau raus, hau heraus.

00:21:45: Und wenn es dann aber zum Problem wird... ...dann sind ganz oft die Frauen im privaten Haus und die sagen... ..."oh warte mal jetzt übernimm ich hier mal...".

00:21:50: ...und die das dann sozusagen

00:21:51: managen.".

00:21:52: Und gleichzeitig habe ich gesagt wir sind nicht gut mit Geld,... ...weil dann braucht man natürlich den Mann der uns dann rettet... ...mit seinem großen Geldbeutel.

00:22:01: Ich gucke

00:22:03: mir im

00:22:03: Buch auch tatsächlich andere Länder so ein bisschen an, eine Einflüsse an.

00:22:09: Es ist tatsächlich auch so ein katholisches System.

00:22:13: Also ich bin ja in Bayern in der BRD groß geworden und ich spreche aber auch mit einer Freundin von mir die Unternehmerin ist, die eben in der DDR aufgewachsen ist.

00:22:23: Die Vierhundert Mitarbeitende hatte ihrem IT-Unternehmen und die mir dazu auch einen Interview gegeben hat dass die Frauen der DDR, die Gewinnerinnen der Wende waren.

00:22:35: Warum war das so?

00:22:36: Du warst natürlich in der DDR nicht geprägt von der Kirche.

00:22:40: Die hat in der DDR gar keine so große Rolle gespielt.

00:22:44: Dafür war es... Nicht wirklich gleichgestellt!

00:22:47: Natürlich, Frauen haben natürlich trotzdem den Haushalt gemacht

00:22:50: aber...

00:22:52: Arbeiten gehen als Frau und auch als Mutter zusätzlich war überhaupt nicht verpönt.

00:22:58: also das war völlig negativen.

00:23:01: Es gab eine gleiche Bezahlung und das Interessante ist, dass wir bis

00:23:05: heute

00:23:06: haben in den Bundesländern mit DDR-Geschichte einen Gender Pay Gap von fünf Prozent.

00:23:12: In den Bundes Ländern der BRD, also die durchgehend BRD gewesen ist, siebzehn Prozent Unterschied.

00:23:20: Also es wie krass das ist was immer noch den Unterschied macht und Gründerinnen mit DDR Geschichte ein nachhaltigeres, eine nachhaltigere Erfolgsgeschichte.

00:23:32: Das heißt, sechzig Prozent dieser Unternehmen die von Frauen mit DDR-Geschichten gegründet wurden haben weiterhin Bestands.

00:23:40: Ich

00:23:40: finde das so wahnsinnig beeindruckend und natürlich kann man ganz viel Kritisches auch sagen.

00:23:44: zur DDR gar keine Fragen.

00:23:47: Aber die Frauen mit DR Geschichte finde ich in dieser Hinsicht wahnsinn nicht inspirierend weil das System ... anders strukturiert war, was Kinderbetreuung angeht.

00:23:59: Dass

00:23:59: die Selbstverständlichkeit

00:24:00: von Arbeit angehen.

00:24:02: Es war etwas Gutes.

00:24:03: es war nicht so... Du lässt deine Kinder alleine!

00:24:06: Meine Freundin werden Patentochter ich ja auch sehr intensiv betreut und aufwachsen habe sehen.

00:24:14: Die wurde vor der Kita bespuckt weil sie ihre Tochter in die Kita gebracht hat relativ früh.

00:24:21: Ich meine sie ist auch alleinerziehend.

00:24:22: deswegen hat sie ja eben von Anfang an eine Verantwortungsgemeinschaft mit uns gebildet, was ich wahnsinnig modern schon damals fand und was sich auch wirklich ausgezahlt hat.

00:24:36: Der Vater ist leider nach wie vor gesellschaftlich anerkannt, was Ja gut, also alleine dass er auch die Straße gehen darf und einkaufen bevor das Kind dem Kind das Geld überweist finde ich schon sehr krass, dass es überhaupt möglich ist.

00:24:58: Nichtsdestotrotz hat eben man von das sehr gut hingekriegt für ein Kind an Netz zu bilden und die Erfahrungen wie sie in einem Buch

00:25:08: teilt

00:25:09: fand es sehr krasses dass sie gesagt hat, die Frauen, die mit ihr okay umgegangen sind waren tatsächlich Frauenmitte der Geschichte.

00:25:15: Alle anderen haben sich Nase rümpelt

00:25:17: angeguckt.".

00:25:18: Das ist krass was so die Sozialisierung dann auch über Generationen hinweg ja auch noch so macht.

00:25:25: Ja interessant!

00:25:26: Ruth, was ist denn so deine persönliche Geldgeschichte?

00:25:29: Jetzt sind wir ja schon beim Thema Geld gelandet.

00:25:30: Glücklicherweise!

00:25:33: Welche Erfahrungen vielleicht mit Geld haben dich in der einen oder anderen Weise vielleicht auch geprägt?

00:25:41: Also ich bin in einem Haushaltsgroß geworden wo nie besonders viel Geld da war.

00:25:47: deswegen war natürlich der Fokus ganz doll drauf also Existenzsorgen und natürlich jetzt so einen leichten Zugang zur Bildung.

00:26:00: Und für mich war relativ früh klar, dass das meine Möglichkeit sein könnte ein bisschen mehr in die Freie zu kommen und es war mir aber auch klar ... selbstständig für mein Sicherheitsnetz zu sorgen habe.

00:26:16: Also ich hab mein erstes Geld mit vier verdient und... ...dass diese Erfahrungen, also achtzig Mark habe ich glaube ich verdient.

00:26:24: beim Fernsehen... ...für Aktenzeichen XY-Universität.

00:26:26: Das

00:26:27: war schon Fernsehen dann auch?

00:26:29: Ja ja es gab

00:26:30: doch nicht

00:26:31: mehr schwarz-weiß Fernsehn Natascha!

00:26:33: Nein aber ich meine generell so mit vier Jahren hat deine... ...TV Kairine schon angefangen

00:26:39: das Jahr.

00:26:42: Der Grundstein wurde gelegen.

00:26:44: Okay, interessant!

00:26:45: Ich dachte jetzt, ich habe mir den Geschießspieler ausgeräumt oder so?

00:26:48: Nein, nein,

00:26:53: das war nicht so tech-cf.

00:26:54: und dann gab es Achtzig Mark dabei unterstützt, dass ich mir O-Ringe abstechen lassen.

00:26:59: Die hätte es sonst nicht gegeben.

00:27:00: aber das habe ich selber bezahlt und es war natürlich so ein Freiheitsgefühl.

00:27:05: Ja klar!

00:27:06: Also ich meine da gab natürlich eine Debatte über darf das Kind in dem Alter sich Löcher in den Körper fassen lassen?

00:27:12: Egal...

00:27:15: Es war wirklich ein Freiheizgefühl.

00:27:17: Man sagt ihr so ab den vierten Lebenserinnert.

00:27:20: Das

00:27:21: hat sich schon sehr eingebrannt und ich hatte dann Ballettstipendium, das heißt es hat kein Geld gekostet aber... Ich habe dann auch in der Oper getanzt, Auftritte gehabt.

00:27:32: Dann gab es immer eine Lohntüte dafür und davon wurden halt die Schuhe gekauft und das Trikot gekauft.

00:27:37: also ich konnte natürlich gewisse Privilegien genießen weil ich es zum einen über Stipendium natürlich und zwar ja die Ausbildung der Staat Und auf der anderen Seite konnte ich mir dann irgendwie finanzieren.

00:27:50: bei solchen Sachen Sportklamotten sind Schweine teuer Das wäre jetzt nicht unbedingt drin gewesen.

00:27:56: Das heißt, es war für mich von Anfang an klar.

00:27:59: Wenn du mitspielen willst dann brauchst du Kohle.

00:28:04: Und es war aber nie so, dass ich in einem Umfeld war, wo man gemobbt wurde.

00:28:09: Wenn man jetzt nicht irgendwie die Marke, die und das um jenes... Ja schon mal gut!

00:28:13: Die gab's auch, die klicken.

00:28:14: Aber das war also in meinem Umfeld ... Kann ich dir ehrlich gesagt gar nicht so bewusst sagen.

00:28:19: als Kind nimmst du das auch gar nicht So bewusst wahr wer jetzt reich und wer arm ist?

00:28:24: Also Rückblick würde ich schon sagen da gab's schon die einen oder andere, die halt einfach ein fettes Haus mit Garten und was weiß ich, was hatten.

00:28:31: Und da war dann eben das Krokodil auch echt auf Polo-Shirt.

00:28:35: Bei mir sah es dann eher aus wie so eine eingeschlafene Echse... ...was halt das Tube aus der Türkei war!

00:28:41: Aber ich war trotzdem

00:28:42: total schwass,

00:28:43: weil ich so ganz gecheckt

00:28:45: habe als Kind.

00:28:47: Das ist doch schön.

00:28:49: Das sollte auch sein.

00:28:50: Ja genau, also es war überhaupt nicht schlimm.

00:28:53: Wie gesagt... Armut ist was völlig anderes, also ich war nie gesellschaftlich ausgeschlossen.

00:29:02: Ich konnte immer teilnehmen und das, was wir ja immer noch haben, ist wirklich... Also wenn man jetzt auch mal sieht die ganzen Jugendclubs werden geschlossen Die ganzen Freizeitmöglichkeiten für Kinder werden geschlossen weil da gespart wird.

00:29:20: Das ist, ich finde es so schlimm Weil da geht es ja um Bildung, es geht um soziale Kontakte.

00:29:25: Es geht um gesellschaftliche Teilhabe... Ja!

00:29:27: Es geht vor allem auch einfach um Kinder herkommt?

00:29:30: Also

00:29:31: wir legen dann Grundstock und Kinder haben keine Lobby in diesem Land Und es scheitert wirklich an Beträgen die dann wiederum bei anderen Bereichen so wahnsinnig investiert werden.

00:29:46: Das finde ich ganz krass weil das ist unsere Zukunft Also nicht nur gemein, sondern letztendlich auch deistriktiv was unsere jetzige Gesellschaft

00:29:55: angeht.

00:29:56: Absolut ja total Ja.

00:30:00: ich verstehe auch nicht wie es in Emland wie Deutschland Kinderarmut geben kann.

00:30:03: aber auch das ist wieder ein anderes Grund und ein anderes Thema.

00:30:06: Du hast auch beschrieben dass du mal kurz vor einer live Sendung gefeuert wurdest?

00:30:13: Und danach, das ist auch bei mir hängen geblieben und danach stand da mit den letzten fünfzig Cent im Monat gerechnet hast.

00:30:20: Also magst du dazu ein bisschen was?

00:30:22: Das klingt absurd so Minuten vor einer live Sendung gefeuert zu werden und dann logischerweise in finanzielle Bedrängnis zu kommen.

00:30:31: Magst du das ausführen?

00:30:34: Ja, ich war damals beim Lokalfernsehen und da hatte sich einfach der Chef gewechselt.

00:30:39: Und das war relativ absehbar dass die Leute aus München in Berlin das hin kamen, dass sie nicht mehr weit abschäftigt würden.

00:30:50: Nichtsdestotrotz fand ich es schon krass ehrlich gesagt!

00:30:55: Also der Zeitpunkt war schon echt, ja, fand ihn schwierig gewählt.

00:30:59: Ehrlich gesagt, man hätte sich da schon ein paar Gedanken machen können.

00:31:03: Ich habe dann eine Abfindung ausgehandelt, die aber natürlich jetzt auch nicht so lange gereicht hat und bin dann zum Arbeitsamt gegangen.

00:31:11: das war ne große Überwindung für mich.

00:31:13: also da war es auch richtig digital, aber das ist wirklich so klassisch die Nummer gezogen und mein Berater in Anführungszeichen der dann irgendwann nehmen ja solche Leute dann auch so die Farbe der Aktenordner an diese Umgebung irgendwie geschlaffelt waren.

00:31:29: ich weiß nicht wie es heute ist, aber damals ist man wirklich

00:31:32: so

00:31:33: Ein Mann, der sich nicht wirklich auch mit dem Beruf der Moderatorin oder Journalistin auseinandergesetzt hatte.

00:31:39: Das war damals glaube ich noch nicht so bekannt was die eigentlich machen.

00:31:43: er hat mir da vorgeschlagen Ich könnte in einem Callcenter arbeiten weil ich ja so eine angenehme Stimme hätte Oder ich könnte als Reinigungskraft arbeiten.

00:31:51: die wurden immer gesucht.

00:31:53: Ich fand das sehr fantasielos, weil ich eine ganz andere Ausbildung hatte.

00:31:56: Ich hatte ja einen Volatoriat zur Redakteurin, zu Fernseh-Redakteuren und er hatte sich relativ wenig Gedanken gemacht.

00:32:04: Ich wollte aber an die Förderung für Existenzgründerinnen ran.

00:32:09: Die gab es damals schon beim Arbeitsamt.

00:32:12: Und da weiß ich mich jetzt durch... Und hab dann, ja, mich arbeitslos gemeldet.

00:32:20: Da nicht wahnsinnig viel erwartet bin aber dann selbst in den Aktionismus gekommen.

00:32:26: Aber diese Zeit war schon krass!

00:32:28: Also wenn du klar ... Miete geht dann weg und Lebensmittel.

00:32:34: und irgendwann dachte ich dann so okay es ist noch... Es sind doch eineinhalb Wochen übrig vom Monat, aber im Geldbeutel ist dann irgendwie nichts mehr.

00:32:42: Und dann gab es halt... also gab man so ein Aldi-Kochbruch total geil und da gab's das Rezept Zitronenspaghetti.

00:32:51: Da machst du der Kostesspargetti und mischt Zitrone mit Olivenöl und Salz.

00:32:58: Total günstig, aber total lecker!

00:33:02: Aber es kostet dich halt nicht so viel Geld.

00:33:05: Es gab auf jeden Fall und jetzt damals glaube ich fünfzig Fennig gekostet, es gab die Schokolade bei Aldi und bezahlte Werbung.

00:33:13: Weil auf Schokoladen wollte ich das auch nicht verzichten.

00:33:16: Der Kleine habe

00:33:16: ich mir dann aufgegönnt.

00:33:17: Einen

00:33:18: Alltag!

00:33:18: Aber

00:33:19: ja, es war schon ein krasses Gefühl weil man nicht wirklich wusste wann kommt jetzt das nächste Geld?

00:33:27: Und zum Glück bin ich dann so geprägt dass ich sagt Ärmel hochkrempeln und los geht's.

00:33:35: Daher, ich habe jetzt da nicht den Mut verloren oder so.

00:33:39: Zum Glück hat es ja dann auch gut geklappt

00:33:45: und

00:33:45: das Lustige ist der Boss Den, der damals eben mich etwas unsanft ins Leben geschickt hat.

00:33:55: Der da habe ich wieder getroffen und es war glaube ich bei der goldenen Hände damals in Berlin und man kannte mein Namen schon.

00:34:02: also die Fotografen haben so meinen Namen gerufen auf rotem Teppich, haben mich fotografiert.

00:34:06: Ich sah wahnsinnig gut aus.

00:34:08: natürlich

00:34:13: Beste Situation, deine Ex-Beziehungsperson getreten.

00:34:16: Genau so!

00:34:19: I'm doing

00:34:20: very successful.

00:34:22: Und dann gucken sie zur Seite und dann steht da dieser Typ und unsere Augen treffen sich... Das war so witzig weil wir hatten uns damals verabschiedet.

00:34:33: man sieht sich immer zweimal im Leben Und das war das zweite Mal, dass ich ihn gesehen hatte.

00:34:38: Er hatte mittlerweile den Sender ein bisschen in den Sand gesetzt und ich war bei RTL

00:34:46: nicht überraschend.

00:34:47: aber es ist ja so eine interessante... Ich hab das auch, nach dem Studium hatte ich mich hier und da beworben.

00:34:54: Und es war dann noch viele Absagen kassiert und dann noch hier angefangen oder da angefangen.

00:34:58: In dem Moment denkt man sich so, oh Gott, ich bin das letzte Stück Dreck, wenn keiner will mich haben!

00:35:03: Dann zurückblicken, denkt man sie aber... Oh Gott sei Dank!

00:35:07: Sonst wäre ich ja jetzt nicht hier wo ich jetzt bin.

00:35:10: Also hätte ich mich zum Beispiel glaube ich bei ... Da war ich in Hamburg bei der Otto-Group irgendwie performen als Trainee, Business, Blah, irgendwas.

00:35:19: Und da bin ich auch bis in die letzte Runde gekommen und habe gesagt so nee sorry du nicht kein Foto für dich heute... ...und dann war ich nie da geschlagen weil das ist schon eine kleine mentale Krise aus einem jungen Alter orientierungslos.

00:35:30: wo soll ich denn jetzt hin?

00:35:32: Und daran denke ich so hoffe ich zurück dass ich denke Halleluja zum Glück habe ich keine Corporate

00:35:35: Karriere

00:35:36: da irgendwie gemacht also hätte sicherlich ein cooles Leben irgendwie so.

00:35:40: Aber so rückblickend ergibt es dann alles irgendwie so Sinn, wo vielleicht das Leben für uns auch mal nein sagt.

00:35:46: So und wo man eine Abbiegung nimmt die mehr so man sich blöd anfühlt aber rückblicken so ja okay war dann irgendwie doch schon ganz gut was gelernt wieder neu energisch auch resilient geworden in so einer Situation so einer Krise.

00:36:01: das gesagt einmal hoch dass sie auch eine Selbstwegsamkeit sich da alleine wieder raus zu ziehen ist ja auch eine große Errungenschaft.

00:36:07: also Ja cool

00:36:09: Auf jeden Fall.

00:36:10: Also es klingt natürlich auch immer so leicht von außen, ich meine wie gesagt wir leben in Deutschland und wir sind weiß, dadurch haben wir ja trotzdem auch Privilegien die andere dann nicht haben.

00:36:22: Aber ja also das ist eine Eigenschaft auf die ich auch wirklich stolz bin.

00:36:28: Das ist Mut!

00:36:30: Und obwohl ich auf der anderen Seite ein großes Sicherheitsnetz brauche, weil ich eben ohne aufgewachsen bin.

00:36:38: Bin ich trotzdem auch mutig dann auch Entscheidungen durchzustehen und ich kenne auch diese verzweifelten Momente total wenn man genau wie du sagst in die letzte Runde vom Casting und dieses

00:36:50: Urtehntes oder das Mal

00:36:52: so verzweiffelt und keiner liebt mich und keine bla bla bla.

00:36:54: Wir sind ja auch einfach bisschen abhängig von... Außen, also in meinem Job ja sowieso.

00:37:02: Super ausgewählt Frau Moschner!

00:37:04: Aber es hat

00:37:05: auch... Also es hat nicht nur mit Leistung zu tun sondern auch wirklich mit Nöck

00:37:13: und so ein Ding.

00:37:16: Das Traurige ist einfach.

00:37:18: Niemand auf dieser Welt wartet auf dich als Frau.

00:37:22: Und da beißt es so ein bisschen die Katze in den Schwanz, weil ich erfahrungsgemäß weiß dass Frauen nach wie vor immer diese Extra-Einladung brauchen, weil wir einfach so viel Hass ausgesetzt sind und wenn wir Fehler machen insbesondere der Öffentlichkeit Wir werden einfach geschlachtet.

00:37:40: egal ob das total ist oder ich meine ich schreibe in dem Buch auch nochmal in Erinnerungen an das Nippelgeld beim Super Bowl mit Justin Timberlake und Janet Jackson.

00:37:51: Er machte weiter wie bisher, macht eine riesige Karriere.

00:37:54: sie verschwindet von der Bildfläche nur weil er ihr das Stückchen vom BH weggerissen hat und man ihren Nipple gesehen hat und es ist aber so ein Bild wie mit Frauen in der Öffentlichkeit umgegangen wird.

00:38:09: deswegen verstehe ich dass viele Frauen diese extra Einladung brauchen dass uns die Qualifikation fehlt.

00:38:16: Bei Weitem nicht, man weiß ja mittlerweile auch das Frauen gerade in Führungspositionen qualifizierter sind als ihre männlichen Kollegen.

00:38:27: aber das liegt ja genau an diesem Mindset.

00:38:29: also wir machen uns die Würde höher Wir sind mit mehr Ängsten konfrontiert und deswegen bitte ich auch immer wieder fragt uns Und also selbst ich als selbstbewusste Person, wie durchaus verstanden hat es wartet niemand auf dich.

00:38:46: Ich bring mich auch ins Spiel.

00:38:49: aber zum Beispiel was jetzt meine Vorstands-Tätigkeiten angeht?

00:38:52: Ich war mit achtzehn zum ersten Mal einem Vorstand im Tierenvorstand.

00:38:55: da hat der progressive Pfarrer mich gefragt ob ich Lust hätte mich aufstellen zu lassen und ich hatte schon ein paar Jahre Jugendarbeit gemacht, Organisationen gemacht und ich werde selber nicht auf die Idee gekommen habe.

00:39:07: Cool, habe ich nicht darüber nachgedacht.

00:39:09: Aber klar,

00:39:10: probiere ich auch.

00:39:10: Lass mich aufstellen!

00:39:11: Er hat dich

00:39:12: gefragt?

00:39:13: Ich bin gewählt worden und jetzt im Vorstand teils wert

00:39:19: e.V.,

00:39:19: das ist ein Vorstand zur Demokratieförderung.

00:39:23: wir wollen unsere Reichweite auf Meldungen fokussieren und reichweite Teilen die sonst untergehen würden weil wir ja einfach gerade im Netz einen sehr starken Clickbait Algorithmus aufgesetzt sind.

00:39:36: Und Ralph Rute ist der Gründer dieses Vereins, der Comics zeichnet.

00:39:43: Er hatte mich gefragt ob ich Lust hätte mich zur Wahl zu stellen für den neuen Vorstand und selber hätte ich mich auch hier nicht ins Spiel gebracht obwohl ich sehr engagiert bin in dem Verein und dadurch dass er sich mich gefragt hat habe ich das gemacht.

00:39:59: so Magst du noch mal was mehr zu teils wert erzählen, weil es ja ein super spannendes Projekt ist.

00:40:07: Was macht ihr?

00:40:08: Warum ist dir das auch so wichtig?

00:40:09: Also Ralf hatte die Idee und hat gesagt wir haben in den letzten Jahren bemerkt dass das Netz zunehmend von Radikalen übernommen wird.

00:40:21: Die BetreiberInnen sind natürlich auch interessiert.

00:40:24: Es wird immer mehr Rageband gemacht, es werden immer mehr Reichweite mit Hass generiert und es wird Geld damit verdient, dass Menschen gehasst werden, das Menschen beschimpft werden, dass Mordrungen ausgesprochen werden.

00:40:36: Und wir ... Wir sind natürlich.

00:40:40: als Personen der Öffentlichkeit haben wir dann wiederum eine Reichweiter auf unseren Accounts.

00:40:44: Und die wollen wir quasi ballen!

00:40:48: Und wir kuratieren mit einer Redaktion Meldungen, die ansonsten untergehen würden.

00:40:53: Also zum Beispiel berichten wir dann darüber das jetzt im letzten Jahr.

00:40:57: Sechzig Prozent unseres Stroms durch Erneuerbaren Energien quasi gestellt wurden.

00:41:04: Das ist mittlerweile sogar noch gewachsen.

00:41:06: Wir berichten zum Beispiel über das Binnertengleichstellungsgesetz in Unternehmen, dass würde sonst auch untergehen.

00:41:12: also so viele Sachen wie so am Rande passieren denen schenken wir die Reichweite.

00:41:16: das wird vorher kontrolliert.

00:41:19: Wir sind auch gegen Populismus.

00:41:21: Also es heißt wir versuchen So neutral wie möglich auch zu berichten was uns das natürlich im Netz sehr schwer macht weil genau diese populistischen Beiträge natürlich eben wieder oder Leichweite erzeugen.

00:41:33: Und deswegen brauchen wir natürlich so viele Mitglieder wie möglich, also folgt uns sehr gerne bei teilswert eV.

00:41:39: Wir sind auch Instagram und aber auch Newsletter, ihr könnt auch unsere Newsletter abonnieren und teilt unsere Beiträge damit eben das Leben nicht an uns vorbeigeht und dass wir nicht wie ferngesteuert von irgendwelchen amerikanischen Investoren sind.

00:41:58: Da sind wir ja sehr

00:42:00: monopolistisch immer noch unterwegs.

00:42:02: Das lässt Deutschland zu, das finde ich ganz verwerflich ehrlich gesagt und wir sehen ja auch welche Parteien wahnsinnig geschickt mit den sozialen Medien umgehen und davon natürlich wahnsinnigt profitieren von diesen Algorithmen.

00:42:17: Absolut also teils werde.

00:42:19: ich glaube Instagram ist euer stärkster Kanal ne?

00:42:21: Ja genau man teils.

00:42:22: wer sucht bei Instagram dann findet man das auf jeden Fall.

00:42:27: Genau, die Annalena von Hodenberg ist da ja auch mit der Dich

00:42:30: auch.

00:42:30: Die, die das jetzt hören?

00:42:31: Von Hate-Aid...

00:42:33: Genau.

00:42:34: Genau.

00:42:35: Auch unter den Aktiven

00:42:36: mitgesiedert.

00:42:39: Also wirklich super Menschen!

00:42:44: Total.

00:42:46: Ruth, lass uns noch mal zu deinem Buch sozusagen so ein bisschen zurückkommen wenn das jetzt jemand Hört hier.

00:42:53: Und ich denke, ja!

00:42:54: Ich will auch ins Fuck It Game einsteigen.

00:42:59: Was kann die Person jetzt ... Hast du mich überzeugt?

00:43:03: Ja, ich muss irgendwie öfter nein sagen.

00:43:04: Ich brauche so eine Liste.

00:43:06: Abgesehen davon ist es natürlich dann der Buch, weil das ist ja noch die Challenge dazu und da kommt man dann auch dahin.

00:43:13: aber wenn das jetzt jemand hört was können die Leute heute vielleicht noch direkt tun um mal überhaupt da so reinzukommen in das Thema?

00:43:21: Also das Einfachste ist tatsächlich, dass was du als nächstes tun musst oder willst.

00:43:28: Einfach mal hinterfragen.

00:43:29: also zum Beispiel so ich treffe mich heute Nachmittag mit dem und dem will ich das wirklich habe ich da wirklich Bock?

00:43:35: was sagt mein Herz?

00:43:36: Also diese freiwilligen Sachen weil Ich spreche zum Beispiel auch mit Jasmina Kuhnke in dem Buch über ihre chronische Erkrankung.

00:43:45: Also manche Leute haben ja einfach gar nicht die Wahl, also es kommen ganz viele Perspektiven in den Buch auf.

00:43:50: das Wort zum Thema Körperbilder, zum Thema... ich spreche mit Jill Daimel der mir seine Perspektive auf seinen Körper erzählt.

00:43:59: Also Jill ist mit weiblichen Geschlechtsmerken mal angeboren und erzählt so ein bisschen von seiner Reise.

00:44:06: Und ich fand das ganz, ganz spannend weil auch beim Thema Körper nicht so weit gekommen bin.

00:44:11: da habe ich auch meine eigene Geschichte natürlich und dachte so wer könnte mir dann noch mal eine ganz andere Perspektive bieten?

00:44:17: also ich spreche mit Kim Hoss die einfach wahnsinnig tolle Aufklärungsarbeit macht.

00:44:22: Und Jill, ich dachte so einen Transmann ... hat ja noch mal eine ganz andere Perspektive.

00:44:29: Und das fand ich so spannend, was er mir dazu erzählt hat... ... und es hat auch mein Horizont nochmal erweitert!

00:44:34: Ich spreche in jedem Kapitel mit einer systemischen Therapeuten... ... auch noch einmal, was intersektionale Diskriminierung angeht.

00:44:42: Sarah Henry die ich auch jedem ans Herz legen kann also eine unfassbar klingelige... tolle Therapeuten, die natürlich auch noch mal kulturelle Aspekte mit einbringt.

00:44:54: Auch das Thema Geld in anderen Kulturen wahnsinnig spannend!

00:44:58: Wahnsinnig Spannend

00:44:59: für Frauen!

00:45:00: Ein ganz anderes Konzept also... Senn nationell Frauen mit Migrationsgeschichte, die natürlich eine ganz andere Würde haben.

00:45:07: Die dann in einem Mindset aufwachsen.

00:45:10: was Sarah mir erzählt hat wir haben für dich verzichtet Kind also musst du jetzt den höchst angesehenen Beruf ergreifen

00:45:19: um

00:45:20: der Familie Ehre zu erweisen und dann Eltern Ehre zur Erweise Was so ein bisschen ähnlich ist das viel in Familien mit Migration Geschichte Geld eben auch nicht wirklich reichlich vorhanden war, da kann ich dann wieder relating so mit ein paar Sachen.

00:45:35: Aber mir war es wichtig eben zu sagen also das was ich schreibe ist meine Wahrheit.

00:45:40: aber es gibt natürlich viele andere Wahrheiten zu Beziehungsformen.

00:45:44: Ich spreche mit Jennifer Weist über Polyamory Spannend fand.

00:45:51: Mit Sennaker Muhr, was so gefährlich am Freilaufenden-Single-Frauen ist.

00:45:55: Obwohl Frauen die Single sind viel gesünder.

00:46:00: Die

00:46:00: am glücklichsten sind ja Kinderlosungen.

00:46:03: Wobei man darf die Beziehung nicht verschreien nur auch hier in unserem Mindset gar nicht so sehr eine Gemeinschaft, sondern eher ein Versorgungsmodell und oft sind es dann in heterosexuellen.

00:46:20: Aber wir haben auch die homonormative Beziehungsform mittlerweile... wo das ja so ein bisschen kopiert wird, dass man sagt, man heiratet rauf.

00:46:29: Man passen sich an!

00:46:30: Man verteilt die Rollen in einem Stereotyp, im Klischee und da muss man mal an Sicht nach sehr aufpassen.

00:46:38: also ich finde auch das Modell Ehe gehört revolutioniert und verändert eben weil... Manche beteiligte eben da in einen Nachteil schliddern und sich gar nicht darüber bewusst sind.

00:46:51: Und im schlimmsten Fall sind es halt wie Frauen, die dann keine Vorsorge haben... Also ich hatte in dem Buch Die Oxfam Zahlen zitiert.

00:47:01: Ich habe jetzt heute auch noch mal nachgeguckt, wie die aktuellen Zahlen sind.

00:47:05: dass Frauen den Großteil der unbezahlten Kehrarbeit machen glaube ich brauchen wir gar nicht mehr diskutieren das ist ja so.

00:47:11: dazu gibt es viele Studien.

00:47:13: Die Zahl finde ich aber so wahnsinnig beeindruckend.

00:47:15: Wir haben eine dreistellige Milliardenzahl an Geld, was der Staat durch unbezahlte Kehrarbeit bei Frauen einzahlt.

00:47:27: Das heißt auch hier Frauen tragen die Hauptverantwortung unserer Zivilgesellschaft und sorgen dafür dass es läuft.

00:47:39: das Ergebnis sie machen weniger Karriere und sie können weniger fürs Alter vorsorgen.

00:47:46: Sie werden definitiv strafft.

00:47:48: Das ist

00:47:49: das, was wir machen in dem wir

00:47:52: auf

00:47:52: die eigenen Kinder, auf die fremden Kinder aufpassen, auf Angehörige pflegen jetzt nur noch bei.

00:48:00: es wird nur siebzig Prozent in die Rente eingezahlt beim pflegenden Angehöhrigen.

00:48:05: Wer pflegt die Angehöhre?

00:48:06: Das sind hauptsächlich Frauen.

00:48:07: Das heißt, die werden weniger Rente haben.

00:48:10: Was soll das?

00:48:10: Also, es ist alles so.

00:48:12: Wer denkt sich den Scheiß aus wirklich?

00:48:16: Ja, total.

00:48:16: und dann hört man ja oft das Argument.

00:48:18: Aber die Männer gehen ja irgendwie dann Vollzeit arbeiten und so.

00:48:21: erstens warum?

00:48:23: Warum tun sie das eigentlich Frauen genau?

00:48:26: und zweitens aber auch da sind die Statistiken sehr klar wenn du in einer heterosexuellen Beziehung Mann und Frau hast Und der Mann arbeitet beide Arbeiten voll Zeit bezahlt macht die Frau trotzdem mehr Kehrarbeit.

00:48:41: Wenn der Mann arbeitslos ist, wächst seine Freizeit.

00:48:46: Er macht nicht mehr Keharbeit.

00:48:47: Die Freizeitszeit wächst und da denkt man so was ist eigentlich los?

00:48:50: Das gehört auch mit dieser ganze Freizeithgab und so.

00:48:54: Also Zeit ist halt auch ein wertvolles Gut.

00:48:57: Und wenn man als Frau jetzt in diesem Konstrukt Zeit auch drüber nachzudenken, was will ich denn eigentlich und was nicht?

00:49:04: Wenn man so zugedrönt ist mit allen möglichen Dingen an die man denken muss.

00:49:09: Und für die man auch sagen muss, das ist ja gerade auch wunderschön, muss ich gerade daran denken... Die Dokumentation über unseren Kapitän der deutschen Nationalmannschaft rausgekommen bei Joshua Kimmich.

00:49:20: Da gibt es hier eine Szene von den beiden einkaufen sind!

00:49:23: Und er sagt original, ich habe keine Ahnung, was bei uns im Kühlschrank ist.

00:49:30: Ja, aber das ist ja auch anerzogen.

00:49:33: Die Frau ist in der Parentizierung, weil sie es nicht anders gelernt hat als ob er die selber einkaufen könnte.

00:49:38: und wenn du nicht selber eankaufen kannst dann kannst du dir jemanden leisten zum Einkaufen, aber du machst das von der Frau, die dich bezahlt, weil die Hausfrau einfach seit zweihundert Jahren ... Also auch das kann man umdenken!

00:49:53: Es wäre schön, eine Beziehungsperson zu finden die quasi die Sachen, die du nicht gerne machst sehr gerne macht.

00:49:59: Aber wenn sie die eben nicht gerne macht dann musst du jemandem dafür bezahlen.

00:50:03: so also entweder ist es auswendlichen oder man sagt ich bezahle dann einen einer Haushaltshilfe aber dass das kostenlos passiert

00:50:14: oder du bezahlst deine Frau.

00:50:20: Wir müssen die Ehe dann tatsächlich ummodeln und wirklich als Vertrag sehen.

00:50:26: Und dann wirklich die einzelnen Punkte besprechen, und ich finde das überhaupt nicht unromantisch.

00:50:32: also man macht ja auch im Geschäftsleben immer dann Verträge für den Fall wenn man sich streitet.

00:50:38: Es geht ja gar nicht darum, wenn man in einem Vertragsverhältnis ist und alles läuft super.

00:50:43: Da stellen wir doch nichts infrage!

00:50:44: Wir stellen ja erst infrage, wenn es mit dem Streit sind... ...und da ist es immer gut einen Vertrag zu haben, dass man sagt okay wie haben wir das geregelt oder wird das geregelten?

00:50:51: Und am Ende des Tages geht's ja bei der Liebe gar nicht darum sondern um ganz andere Sachen.

00:51:00: Das wird interessanterweise dann immer vergessen weil man ja auch nur einmal noch Zeit feiert.

00:51:06: Im E-Gesetz steht auch nichts von Liebe und es steht was vom Wirtschaftsgemeinschaft.

00:51:10: Ja, das war ja auch absolut.

00:51:12: Das ist eigentlich eine kleine Firma die man gründet so, ne?

00:51:16: Also ich meine zum Glück hat man die Sexverpflichtung mittlerweile rausgenommen also darf nicht mehr ungestraft vergewaltigen aber auch noch gar nicht so lange.

00:51:25: Nee nach gar nicht wirklich noch gar nie so lange.

00:51:27: Und wir wissen ja auch nicht... Also

00:51:28: das Recht auf den weiblichen Körper und das ist ja auch in vielen Köpfen von Männern drin dass sie einen Anrecht haben Ja, auch über den Weibchenkörper zu verfügen.

00:51:40: Gerade in deiner Beziehung?

00:51:41: Ja sowieso.

00:51:42: Also nochmal ein anderes Buch!

00:51:46: So viele Bücher... Aber die gibt's ja alle schon zum Glück.

00:51:49: Die müssen wir nicht schreiben, die gibt es ja auch schon.

00:51:50: Es gibt wirklich tolle feministische Bücher und tolle Aufklärungsbücher, diese ganzen Themen.

00:51:57: und aufklären.

00:51:59: Es ist so wichtig, sich dazu informieren.

00:52:02: also deswegen habe ich in diese sieben Kapitel geschrieben mit sehr vielen Hintergrundinformationen persönlichen Geschichten anderen Perspektiven weil ich glaube der erste Schritt in die Veränderung ist erstmal das Bewusstsein zu bekommen und sich einen Überweg zu schaffen.

00:52:19: was hab ich überhaupt für Rechte?

00:52:20: Was haben wir für Möglichkeiten?

00:52:21: Wie

00:52:21: sieht es

00:52:22: aus?

00:52:22: Wo kommt das überhaupt her?

00:52:23: Ach wie!

00:52:24: Das ist gar nicht normal das muss ich gar nicht hinnehmen.

00:52:27: Und da erhoffe ich mir einfach, dass langsam die Bewegung in eine andere Richtung geht und wir sind gerade ganz, ganz krassen Kräften ausgesetzt.

00:52:36: Die da sehr stark was dagegen haben.

00:52:40: Aber ja... Wir brauchen da letztendlich am Ende des Tages die Unterstützung der Männer, die ja letztendig auch davon profitieren würden!

00:52:47: Also talking about den Kerlen?

00:52:53: Ja, auch unter viel Druck stehen in einer Betriebsleiter.

00:52:57: Die im Teilen an der Spitze alleine in einem Unternehmen den ganzen Druck aushalten müssen die dann irgendwann mal in den Burnout kommen.

00:53:05: und wir haben ja nicht von ungefähr bei Männern eine doppelte hohe Suizidrate.

00:53:12: Männer sterben früher.

00:53:14: Arme Männer sterb doppelt so früh wie arme Frauen.

00:53:19: Da

00:53:20: besteht es ja auch ein Zusammenhang dass da natürlich auch die Charme in der Gesellschaft, du kannst deine Familie nicht ernähren.

00:53:30: Du kannst mich das und das und ich habe gesagt es ist nicht meine Aufgabe jetzt noch für die Männer zu sprechen aber ich möchte sie ins Boot holen weil vollkommen klar ist, dass auch Männer davon positiven würden.

00:53:43: Ja logisch!

00:53:43: Die Gefängnisse sind so vor mit Männern nicht mit Frauen.

00:53:46: also kein schönes Leben Ja.

00:53:49: Und auch das ist ja Prägung und das da auch, dass es ja sozusagen System gemacht... ...und ja genau, da gibt's glaube ich viele verschiedene Ansatzpunkte.. ..und ich glaub wir Frauen, wir müssen irgendwo auch uns selber retten so zu sagen.

00:54:07: Das finde ich vollkommen legitim als Frau zu sagen weil er muss immer meine Schäfchen ins Trockne bringen.

00:54:12: Und gleichzeitig total, wir brauchen die Männer mit im Boot.

00:54:16: also dieser Dieser Wechsel-Ampfel ist eigentlich kein Wechsel, es ist ja eigentlich eher ein Miteinander etwas anders gestalten so dass es allen besser geht.

00:54:25: Das funktioniert natürlich nur wenn alle am gleichen Strang ziehen und wie gesagt da gibt's ja gerade eher starke Kräfte leider genau in die Anrichtung.

00:54:33: deswegen ist auch so wichtig das wir drüber sprechen oder so weiter geben und dann nicht müde werden und auch dafür auch einzusetzen wie du wie eine Annalena wie eine Christina Lunds mit denen ich jetzt auch allein in den letzten Wochen gesprochen habe.

00:54:47: Lieberut, ich hab noch drei ganz kurze Abschlussfragen für dich.

00:54:54: Die erste ist eigentlich schon beantwortet was bedeutet Geld für Dich?

00:54:59: In erster Linie tatsächlich Sicherheit für uns Frauen und Freiheit.

00:55:05: Sicherheit und Freiheit ja!

00:55:06: Und was schätzt du an dir persönlich ganz besonders?

00:55:11: Ich mag meinen Mut und meine Resilienz

00:55:16: Und was schätzt du an uns Frauen?

00:55:19: Ganz besonders.

00:55:20: Oh,

00:55:22: where should I start?

00:55:24: Ja nein es gibt einfach.

00:55:26: ich habe so viele tolle Frauen in meinem Leben.

00:55:28: also egal ob das meine Urgroßmutter ist mein Umfeld dafür bin ich so wahnsinnig dankbar.

00:55:38: Meine urgroße Mutter war schon Feministin.

00:55:39: Da gab es das Wort noch gar nicht, da durften Frauen auch gar nicht wählen.

00:55:42: Also die hat eingeständige Entscheidungen getroffen, die wurde sexuell belästigt und dann gekündigt anstatt klein beizugeben.

00:55:51: Die hatte so eine geile inspirierende Story.

00:55:54: Und das war auch um's mal salopp zu sagen ne Bitch!

00:55:58: Aber sie war halt einfach eine Bitch.

00:56:00: Auch wir Frauen haben das Recht, ein Arschloch zu sein.

00:56:05: Ich wertschätze auch die Frauen, die salopp gesagt nie sind weil wir sind ja erst bei der Gleichberechtigung angekommen wenn auch Frauen mal versagen dürfen und ihnen nicht die Perfekte sein müssen die ganze Zeit also ich wünsche mir sehr dass wir auch Fehler machen dürfen weil Fehler super Lehrmeisterinnen sind.

00:56:29: zur Weiterentwicklung, haben wir gerade auch durchgesprochen.

00:56:33: Das klingt so abgedroschen aber eine Welt... die von Frauen regiert würde in einem matriarchalen System, also im flachen Hierarchien.

00:56:42: Nicht wie jetzt von unserer ehemaligen Bundeskanzlerin letztendlich ja auch nur in weiterführendes Matriarchals wäre eine bessere Welt.

00:56:49: davon bin ich ganz fest überzeugt.

00:56:51: Diversität und da sind wir jetzt nur bei der Geschlechterdiversität.

00:56:56: Wir brauchen dringend Diversitet für eine gute Zukunft.

00:57:01: das ist essentiell Und wir können mit den Frauen anfangen.

00:57:06: Wir müssen, wir müssen dann aber auch weiter denken.

00:57:09: Wir brauchen so viele Perspektiven wie möglich.

00:57:13: Ja absolut!

00:57:14: Schönes Schlusswort.

00:57:16: vielen Dank liebe Ruth und an alle.

00:57:18: ihr geht es raus und kauft Fackett Challenge und steigt ins Facket Business ein indem ihr euch jetzt direkt überlegt was muss ich eigentlich an dieses tun und möchte das machen?

00:57:25: Und was kann ich vielleicht direkt tun um es nicht Zu tun, was nicht tun zu müssen.

00:57:31: Vielen Dank für diese Inspiration, liebe Rot und ich sage mal bis bald.

00:57:34: alles Gute dir!

00:57:35: Bis bald!

00:57:36: Ciao ciao.

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